Google vs. digitale Auskunftsdienste
Die meisten Untersuchungen zur Qualität von Suchmaschinen sind im Prinzip bereits durch ihren Versuchsaufbau fragwürdig konzipiert, da sie eigentlich nur überprüfen, ob bestimmte gesuchte Wortphrasen sich in irgendeiner Form in den Suchergebnissen widerspiegeln. Zudem werden nur die Ergebnisse verschiedener Suchmaschinen miteinander verglichen. So gibt es wohl keine Untersuchung in diesem Feld, die etwa Google und Wikipedia im Bezug auf ihre Informationsqualität hin gegenübergestellt hat. Solche Studien liefern damit oft den Eindruck, dass Google und Co. eigentlich eine gute Alternative für reale Rechercheprobleme im Alltag sind. Gleichzeitig stehen Bibliotheken schon seit geraumer Zeit mit Suchmaschinen in direkter Konkurrenz, ob man das will oder nicht. Suchmaschinen bieten den Usern schließlich etwas, was für Informationseinrichtungen kaum zu bewerkstelligen ist: Nutzer können hier in Sekundenbruchteilen nach Informationen suchen, diese finden und in vielen Fällen sofort herunterladen und anschauen. Auf der Strecke bleibt aber oft die Frage nach der Relevanz und Zuverlässigkeit der gefundenen Inhalte. Höchste Zeit also, einmal die beliebteste Suchmaschine Google in einem direkten Wettstreit mit menschlichen Gegnern treten zu lassen, um zu messen, ob Google wirklich der beste „Informationsspezialist“ ist, oder eben nicht.
Mit der vorliegenden Untersuchung will man herausfinden, in wieweit Google in der Lage ist, korrekte Antworten auf Fragen zu geben, die ursprünglich an digitale Bibliotheksauskunftsdienste gestellt wurden. Es wird auch analysiert, ob es einen Unterschied macht, ob die Anfragen in Form von Stichwörtern oder in ganzen Fragesätzen an die Suchmaschine gestellt werden. Weiterhin wird untersucht, ob auch die Länge einer Anfrage eine Rolle für die Güte der erhaltenen Antworten spielt.
In der vorliegenden Untersuchung werden zwei Arten von Anfragen eingesetzt, und zwar faktenbezogene und …