Luis Paulitsch, Jurist, Zeithistoriker und Medienethiker aus Wien, hat in der Zeitschrift Journalistik vier wiederkehrende Strategien identifiziert, mit denen deutschsprachige rechtsalternative Medien Klimaskepsis bei ihrem Publikum fördern. Grundlage seiner Analyse sind 38 Beurteilungen etablierter Faktencheck-Formate wie AFP Faktencheck, Correctiv und Mimikama. Paulitsch geht davon aus, dass es sich bei rechtsalternativen Medien inzwischen um einen zentralen Akteur bei der...
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Mediennutzung
Lesen als Grundlage demokratischer Resilienz
Das Riga-Manifest von Dagnija Baltiņa und Maija Treile aus der Lettischen Nationalbibliothek fordert eine nationale Lesestrategie für Lettland. Anlass ist das 500. Jubiläum des ersten gedruckten Buchs in lettischer Sprache. Im Zentrum steht das Recht, auf Lettisch zu lesen, verbunden mit Leseförderung, freiem Zugang zu Büchern, kritischer Informationskompetenz und der politischen Anerkennung von Lesen als Grundlage für Demokratie, Bildung, Innovation und gesellschaftliche Sicherheit. ...
Zwischen Bildschirmzeit, Stress und Lernverlust
Christina Anger, Julia Betz und Axel Plünnecke legen in ihrem Gutachten „Nutzung digitaler Medien von Kindern und Jugendlichen“ für das Institut der deutschen Wirtschaft und die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft eine Bestandsaufnahme vor, die digitale Mediennutzung nicht isoliert, sondern im Zusammenhang mit psychischer Gesundheit, schulischer Entwicklung und verändertem Freizeitverhalten betrachtet. Der Befund fällt alarmierend aus. Seit der Corona-Pandemie haben psychische Belastungen...
Schweden setzt in Schulen wieder auf Bücher
Joshua Cohen beschreibt im „Undark Magazine“ einen bemerkenswerten Kurswechsel in der schwedischen Bildungspolitik. Nach Jahren der starken Digitalisierung investieren Regierung und Schulen wieder gezielt in gedruckte Lehrwerke, mehr Handschrift und weniger Bildschirmzeit. Dahinter steht keine pauschale Technikfeindlichkeit, sondern die Einsicht, dass Lesen, Schreiben und Konzentration in den frühen Schuljahren stärker durch analoge Lernumgebungen gestützt werden könnten. Schweden hat...
Entwicklungen im Medienalltag
Die Mediennutzung in Deutschland bleibt auf einem hohen Niveau. Menschen verbringen täglich fast elf Stunden mit Medienangeboten. Besonders Audio- und audiovisuelle Inhalte prägen den Alltag. Die „VAUNET Mediennutzungsanalyse 2025“ zeigt, welche Medienformen dominieren, wie sich Nutzungszeiten verteilen und welche Verschiebungen zwischen linearen Angeboten, Streamingdiensten und internetbasierter Nutzung erkennbar sind. Die jährlich veröffentlichte Analyse bündelt Daten verschiedener...
Aufmerksamkeitskrise oder Designproblem? Was Bibliotheken aus der Debatte über Lesen und Bildschirme lernen können
Carlo Iacono argumentiert in seinem Essay „Books and screens“ auf der Plattform „aeon”, die viel beschworene Krise des Lesens sei nicht einfach auf Bildschirme zurückzuführen. Entscheidend sei vielmehr, wie digitale Umgebungen gestaltet sind und ob sie Konzentration fördern oder systematisch zerstören. Seit Jahren wird der Rückgang konzentrierten Lesens mit einer beinahe apokalyptischen Rhetorik beschrieben. Bildschirme, soziale Medien und digitale Plattformen gelten vielen als...
Medienkompetenz und Belastung: Eltern unter Druck
Globale Krisen, wirtschaftliche Sorgen und gesellschaftliche Spannungen belasten den Familienalltag ebenso wie Fragen der Bildung und Erziehung. Eltern begleiten ihre Kinder durch diese Zeit. Besonders stark zeigt sich der Druck beim Thema Mediennutzung: Wie viel Bildschirmzeit ist vertretbar? Welche Inhalte sind unbedenklich? Und wie lassen sich die Chancen der digitalen Bildung mit den Risiken sozialer Medien in Einklang bringen? Die repräsentative Umfrage „Eltern im Fokus 2025“,...
Was die Gesellschaft zusammenhält: Welche Rolle öffentlich-rechtliche Medien heute spielen
Öffentlich-rechtliche Medien gelten seit jeher als Kitt der demokratischen Öffentlichkeit. Eine neue, repräsentative Studie von ARD, ZDF und Deutschlandradio, wissenschaftlich begleitet vom Hans-Bredow-Institut und dem Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt, rückt diesen Anspruch in Zeiten algorithmisch kuratierter Feeds, wachsender Fülle an Informationen und polarisiert geführter Debatten erneut ins Zentrum. Sie fragt, was Menschen in Deutschland vom öffentlich-rechtlichen...
Neue Wege zur Quellenkompetenz: Online-Medien im Recherchetraining
Student:innen tun sich schwer mit der Auswahl und Bewertung wissenschaftlicher Quellen. In der Zeitschrift „Computers and Composition“ präsentieren Stephanie Redekop und Olivia Hobbs (Case Western Reserve University) ein innovatives Lehrkonzept für Erstsemester. Der gemeinsam entwickelte Ansatz zeigt, wie sich Recherche- und Bewertungskompetenz durch den gezielten Einsatz von Online-Medien wie Google, Reddit oder X (vormals Twitter) effektiv fördern lassen. So gewinnen Student:innen Sicherheit...
Podcasting in der Wissenschaft: Chancen für Bibliotheken
Immer mehr Wissenschaftler:innen nutzen Podcasts, um ihre Forschung informell und einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Ein Beispiel von Allison Symulevich, Matt Torrence, Jason Boczar und Jessica Szempruch der University of South Florida, veröffentlicht im „Journal of Librarianship and Scholarly Communication" zeigt, wie Bibliotheken dabei eine aktive Rolle übernehmen können: Durch die Archivierung von Podcast-Episoden im institutionellen Repositorium wird die dauerhafte, offene...


