Silver Surfer auf dem Vormarsch

Die sechste Ausgabe des Mediascope Bulletin mit dem Titel „Silver Surfers Closing the Digital Divide“ widmet sich dem Onlineverhalten der Generation 55+. Dazu wurden EU-weit 8.000 Interviews aus der IAB Europe Mediascope Studie mit Personen, die älter als 55 Jahre sind, ausgewertet. Insgesamt liefert der vorliegende Bericht Hinweise darauf, dass auch ältere Bürger in der EU ein zunehmendes Interesse an der Nutzung des Internets und der digitalen Medien haben.

Die Studie hat u.a. folgende Ergebnisse hervorgebracht:

36% der über 55-Jährigen gehen in der EU inzwischen ins Internet. Der Durchschnitt aller Bürger in der gesamten EU liegt bei 65%.
In absoluten Zahlen bedeutet dies, dass 74,3 Mio. EU-Bürger, die älter als 55 Jahre sind, inzwischen die Möglichkeiten des Internets nutzen.
Die Mediennutzung sieht bei der Generation 55+ folgendermaßen aus: 97% schauen Fernsehen (EU-Durchschnitt für alle EU-Bürger liegt bei 95%), 67% lesen Zeitung (EU-Durchschnitt 62%), 63% hören Radio (EU-Durchschnitt 64%) und 50% lesen Zeitschriften (EU-Durchschnitt 48%).
Betrachtet man die Dauer der Mediennutzung zeigt sich, dass die Altersgruppe der 55+ am häufigsten vor der Flimmerkiste sitzt mit 19,5 Stunden in der Woche (EU-Durchschnitt 16,8 Stunden pro Woche). Dahinter folgt Radio hören mit 14 Stunden pro Woche (EU-Schnitt 12,7 h/Woche) und dann bereits das Internet mit 10,4 Stunden pro Woche (EU-Schnitt 14,8 h/Woche). Klassischer Medienkonsum wie Zeitung und Zeitschriften lesen liegen hier mit 5,6 h/Woche respektive 4,4 h/Woche bereits deutlich hinter der Online-Nutzung.
Insgesamt hat sich damit die Online-Zeit seit 2004 um 39% erhöht, von 7,5 h/Woche (2004) auf 9,7 h/Woche im Jahr 2008 bis auf 10,1 h/Woche im Jahr 2012.
Die Online-Nutzung der Generation 55+ unterscheidet sich in einzelnen europäischen EU-Ländern teilweise deutlich von…

Lang lebe die E-Mail!

Unzählige Male wurde in den letzten Jahren das Ende der E-Mail heraufbeschworen. Den letzten vermeintlichen Todesstoß sollten die sozialen Medien diesem „altertümlichen“ Kommunikationsweg verpassen. Wie bereits andere Studien zuvor zeigt eine aktuelle Untersuchung des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW), dass es für einen Nachruf auf die E-Mail noch viel zu früh ist. Von den deutschen Internetusern setzen sagenhafte 97% immer noch auf diesen Kommunikationskanal. Das wirklich überraschende Ergebnis an der vorliegenden Studie ist aber, dass die Anzahl derjenigen, die mindestens einmal monatlich E-Mails nutzen, in den letzten 4 Jahren um 25% zugenommen hat. Der aktuelle E-Monitoring-Bericht enthält neben Zahlen und Fakten zur Nutzung von E-Mails in Deutschland und der EU auch wichtige Trends für das E-Mail-Marketing.

Hier einige weitere interessante Aussagen aus dieser Untersuchung:

Gerade in der Geschäfts- und Servicekommunikation lässt sich ein Wachstum bei der E-Mail-Nutzung erkennen.
Mit seinen Anteil von 97% E-Mail-Nutzern unter allen deutschen Internetusern liegt Deutschland über dem EU-Durchschnitt mit 95%.
75% oder drei Viertel aller deutschen Internetuser (EU-Durchschnitt: 74%) nutzen …

KIM Studie 2012

Die sogenannten Digital Natives sind in aller Munde. Schließlich werden sie, die im Internetzeitalter geboren und mit digitalen Technologien aufgewachsen sind, zur wichtigsten Usergruppe in den nächsten 10 bis 20 Jahren werden. Für Deutschland liegen bisher relativ wenige gesicherte Zahlen und Fakten zum Medienverhalten von jüngeren Internetusern vor. Eine der wichtigsten Datenquellen ist hierbei sicher die vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest (mpfs) seit 1999 in unregelmäßigen Abständen durchgeführte sogenannte KIM-Studie. Sie erforscht das Mediennutzungsverhalten und den Stellenwert von Medien für Kinder im Alter von 6 bis 13 Jahren. Zu diesem Zweck wurden für die aktuelle Studie jeweils ca. 1.200 Kinder und deren Haupterzieher in persönlichen mündlichen Befragungen zu ihrem Mediennutzungsverhalten im Zeitraum von Mai bis Juli 2012 interviewt.

Die KIM-Studie ist als Langzeitprojekt konzipiert, um die sich im permanenten Wandel befindlichen Rahmenbedingungen des Medienangebots und die damit verbundenen Veränderungen adäquat abbilden zu können. Bisher wurde die KIM-Studie in den Jahren 1999, 2000, 2002, 2003, 2005, 2006, 2008, 2010 und 2012 aufgelegt.

Thematische Schwerpunkte dieser repräsentativen Umfrage sind u.a. Freizeitaktivitäten, Themeninteressen, Medienausstattung, Computer- und Internetnutzung sowie Lernprogramme. Nachfolgend ein Auszug aus den Resultaten der KIM-Studie 2012:

Zuerst einige demographische Angaben zu dieser Studie. Die Geschlechterverteilung beläuft sich in dieser Untersuchung auf 49% Mädchen und 51% Jungen. Die Altersverteilung der Befragten sieht folgendermaßen aus: 22% der Teilnehmer sind 6-7 Jahre alt, 26% sind 8-9 Jahre alt, 26% sind 10-11 Jahr und ebenfalls 26% sind 12-13 Jahre alt. Nach Schulbildung besuchen 58% der Befragten die Grundschule, 8% die Hauptschule, 11% die Realschule, 15% das Gymnasium und 8% sonstige, andere Schulen.
Bei der Frage nach den wichtigsten Themen für die Kinder ist Freunde/Freundschaft das mit Abstand wichtigste Interessengebiet (95% finden dies sehr interessant oder interessant). Dahinter folgen Musik (75%), Computer-/Konsolen-/Onlinespiele (69%), Sport, Kino/Filme, Internet/Computer, Schule, Handy, Tiere sowie Film-/Fernsehstars auf den ersten 10 Plätzen. Allerdings zeigen sich hier im Detail einige geschlechterspezifische Unterschiede. Für Mädchen haben die Themen…

Zukunftsstudie „Digitale Technologien“

Der Münchner Kreis, eine übernationale Vereinigung für Kommunikationsforschung, hat vor kurzem zum 5. Mal seine Zukunftsstudie zu den Nutzerbedürfnissen an die digitale Welt von übermorgen präsentiert. Im Mittelpunkt dieses Studienprojekts steht die Erforschung der Wünsche und Anforderungen an die kommende digitale Welt. Dazu wird der Ist-Zustand genauso analysiert wie die potenziellen Möglichkeiten der Informations- und Kommunikationstechnologien in den nächsten Jahren. Unterteilt wird die Studie in die vier Themenfelder Arbeit, Mobilität, Medien und Verwaltung. Insgesamt knapp 7.300 Personen aus Deutschland, Brasilien, China, Indien, Südkorea und den USA haben sich an dieser Online-Befragung im Zeitraum von Dezember 2012 bis Januar 2013 beteiligt.

Hier einige interessante Resultate und Erkenntnisse aus der knapp 300 Seiten umfassenden Studie:

In Deutschland werden pro Tag und Einwohner 225 Minuten vor dem Fernseher verbracht (Stand: 2011 / Quelle: Statista 2012).
31% der deutschen Bevölkerung nutzen inzwischen das soziale Netzwerk Facebook (Stand: Januar 2013 / Quelle: Social Bakers 2013).
58% der Deutschen besitzen ein Notebook oder Netbook, 50% haben ein Smartphone (+21% gegenüber Zukunftsstudie 2011) und 25% einen Tablet-Rechner (+18% gegenüber Zukunftsstudie 2011).
2013 nutzen 29% der Deutschen das mobile Internet sowohl privat als auch beruflich (+14% gegenüber der Zukunftsstudie 2011). 37% der deutschen Einwohner nutzen das mobile Internet ausschließlich privat (+4% gegenüber 2011) und 4% nutzen das mobile Internet nur aus beruflichen Gründen (+3% gegenüber 2011). 27% der Deutschen verwenden weder beruflich noch privat das mobile Internet. Dies ist gegenüber der Zukunftsstudie 2011 ein bedeutender Rückgang …

Mehrwert schaffen oder man wird abgeschafft

Bereits zum 23. Mal ist von der Fachzeitschrift „Business Information Review“ der „Business Information Survey“ dieses Jahr durchgeführt worden. Diese Befragungsreihe liefert aufschlussreiche Hinweise auf die Infocenter in (britischen) Unternehmen. Letztes Jahr wurden die Folgen einer möglichen Auflösung des Euro-Währungsgebiets sowie der Einfluss einer allgemeinen, sich verdunkelnden Weltwirtschaftslage diskutiert. Wie wir inzwischen wissen, hat die Eurozone, trotz aller Unkenrufe, bis jetzt überlebt, und es gibt auch bezogen auf die Weltkonjunktur gewisse Entspannungszeichen, wie z.B. die steigenden Aktienmärkte. Trotzdem sieht die ökonomische Situation in einzelnen europäischen Ländern weiterhin nicht sonderlich rosig aus. Folge davon ist eine weitere Verschärfung des Wettbewerbs, dem auch einige der bisherigen Umfrageteilnehmer dieser Studie zum Opfer gefallen sind.

Der „Business Information Survey“ bezieht seine hohe Aussagekraft daraus, dass die Teilnehmer erstens sehr intensiv und ausführlich befragt werden können, und zweitens, dass es sich um ausgewiesene Informationsexperten handelt. Insgesamt wurden für die aktuelle Ausgabe dieser Umfrage 20 Informationscenter in Großbritannien detailliert zu ihrer Lage, zu Strategien und Tätigkeiten befragt.

Wichtige Resultate dieser Umfrage sind u.a.:

Die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung unter den Umfrageteilnehmern kann als gemischt bezeichnet werden, und reicht von leichter Expansion bis zu Auflösungen der jeweiligen Abteilungen.
Auffällig sind in diesem Jahr auch die branchenspezifischen Unterschiede, die größer als sonst ausgefallen sind. So müssen besonders die Information Professionals in Banken und Kanzleien hart um ihr Weiterbestehen kämpfen, während sich die Lage in den Branchen Pharmazie, Wirtschaftsprüfung und Energie stabilisiert hat.
Auf der Führungsebene der Unternehmen wächst die Skepsis bezüglich des bisherigen klassischen zentralen Informationsdienstleistungsmodells.
Outsourcing in Form von On- und Off-Shoring ist weiterhin ein beliebtes Modell für Unternehmen, um Kosten zu sparen, wobei sich hier …