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05-2013

Konsumenten wollen mehr Besitzrechte an digitalen Inhalten

Bekanntlich können die meisten Bücher, Filme, Musikalben oder Video-Spiele jederzeit von einem Käufer zum anderen weiterverkauft werden, ohne dass dies rechtliche Probleme oder Risiken durch Urheberrecht oder Verlage/Produzenten nach sich ziehen würden. Voraussetzung ist allerdings, dass diese Inhalte physisch an einen Original-Datenträger – Printbuch, DVD, CD – gebunden sind. Für digitale Inhalte besteht diese Möglichkeit derzeit nicht. Diese Tatsache stößt bei immer mehr Konsumenten auf...

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Online-Zeitungen verschwinden immer öfter hinter Paywalls

2013 kann man wohl mit gutem Grund als das Jahr des Paid Content bezeichnen. Nicht wenige Zeitungen in Deutschland haben sich dazu entschlossen, ihr bisheriges Online-Geschäftsmodell zu revidieren und ihre Nachrichteninhalte verstärkt nur mehr kostenpflichtig für ihre Leser anzubieten. Laut dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger haben inzwischen allein hierzulande mehr als 40 Verlage diesen Schritt hin zu kostenpflichtigen Online-Inhalten vollzogen. Die Frage ist nur, ob in der deutschen Bevölkerung auch gleichzeitig die Bereitschaft, für digitale Inhalte zu bezahlen, steigt. Eine neue Studie des Marktforschungsunternehmens Fittkau & Maaß Consulting lässt aber genau daran Zweifel aufkommen. Die Studienresultate widersprechen hier also Aussagen von manchen Zeitungsverlagen, die eher einen deutlichen Wandel in der Wahrnehmung in der deutschen Bevölkerung für den Wert von Online-Inhalten festgestellt haben wollen.
Hier einige interessante Aussagen aus dem W3B-Report „Trends im Nutzerverhalten“:

Jeder 3. deutsche Internetuser (33%) liest seine Zeitungen und Zeitschriften – d.h. diejenigen Publikationen, die er regelmäßig konsumiert – inzwischen ausschließlich in digitaler Form.
Auch wenn Tablets und Smartphones inzwischen von einem Großteil der Bevölkerung eingesetzt werden, werden digitale Online-Zeitungen und -Zeitschriften dennoch mehrheitlich auf dem Computer und dem Laptop konsumiert (28,1%). Dahinter folgen Handy und Smartphone mit einem Anteil von 14,5% und Tablet-Rechner und Pad PC kommen auf 12,5%.
Grundsätzlich scheint eine gewisse Bereitschaft bei den Lesern von solchen digitalen Inhalten vorhanden zu sein, für diese auch zu bezahlen. Knapp die Hälfte (49,6%) der befragten deutschen Internetnutzer wäre bereit, für Online-Publikationen Geld auszugeben. Allerdings relativiert sich diese Zahl, wenn man die Entwicklung dieser Zahlungswilligen über die Jahre betrachtet. Der Grad der Zustimmung hat sich seit dem Jahr 2002 (53,4%) nicht unbedingt positiv entwickelt. In den letzten drei Jahren ist zudem eine jährliche Abnahme feststellbar.
Positiv in diesem Sinn ist zu vermerken, dass der Anteil derjenigen Internetuser, die überhaupt keine Zahlungsbereitschaft zeigen, von 2002 bis 2013 geringer geworden ist. 2002 lag dieser Anteil noch bei 28,9%, während dieser Wert 2013 nur mehr bei 23,6% liegt. Gleichzeitig ist aber der Anteil an der Gruppe der User, die sich bei diesem Thema nicht entscheiden können, von 17,6% (2002) auf 26,8% (2013) angestiegen.
Allgemein muss man aber hinter die angebliche Zahlungsbereitschaft dieser positiv votierenden oder zumindest unentschiedenen User ein Fragezeichen gerade bei redaktionell erstellten Inhalten wie Informationen, Nachrichten und Zeitungsartikeln setzen. Die Internetuser sind in erster Linie bereit, für Online-Inhalte und -Dienste wie Herunterladen von Musik (28,5%), Herunterladen und/oder Ausleihen von Filmen (22,3%) und Online-Nutzung von Software (16,9%) zu zahlen. Für digitale Inhalte in Form von Informationen, Nachrichten und Artikeln ist nur knapp jeder 6, deutsche Internetnutzer (15,9%) bereit zu zahlen.
Zum Vergleich noch die Resultate aus einer aktuellen Untersuchung von dem Marktforschungsinstitut TNS Infratest zur Zahlungsbereitschaft in Deutschland für Online-Informationen. Hierfür wurden im Juni 2013 1.003 Personen telefonisch befragt:

Laut TNS Infratest sind 63% der deutschen Internetuser grundsätzlich bereit, auch Geld für qualitativ hochwertige Informationen auszugeben.
Außerdem haben die befragten Internetnutzer den Eindruck, dass die Qualität der Online-Inhalte sich in den letzten fünf Jahren kontinuierlich verbessert hätte.
Inzwischen hat knapp jeder Fünfte (19%) auch schon einmal für den Download eines Artikels oder einer gesamten Zeitungsausgabe gezahlt.
29% der Deutschen wären …

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Bewegtbilder als wichtigster Treiber für soziale Medien

Die nach eigenen Angaben weltweit größte PR-Agentur Edelman hat bereits die 7. Auflage ihrer Global Entertainment Studie veröffentlicht. Darin werden die Einstellung und Verhaltensweisen von Konsumenten gegenüber der Unterhaltungsindustrie ana- lysiert. Für die aktuelle Ausgabe wurde im Zeitraum vom 1. bis 12. April 2013 in einer Online-Befragung 6.500 Personen im Alter von 18 bis 54 Jahren in Deutschland, Brasilien, China, Indien, Korea, der Türkei, Großbritannien und den USA befragt. Als...

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Zur Zukunft der Suche

Ein von dem bekannten Internetexperten Phil Bradley aufgegriffener Beitrag der Technologie-Website Buzzfeed hat einigen Aufruhr in der Internetgemeinde hervorgerufen. Bradley wertet die vorliegenden Daten – Google soll in den letzten 8 Monaten knapp 30% weniger Suchanfragen zu den wichtigsten Nachrichtenportalen in den USA weitergeleitet haben – als einen weitgehenden Wandel bei der Online-Suche von den herkömmlichen Suchmaschinen hin zu den sozialen Medien. Gleichzeitig sei die Anzahl von...

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Studie: Lesegewohnheiten von Kindern haben sich grundlegend verändert

Eine neue Studie des britischen National Literacy Trust hat die Lesegewohnheiten von knapp 35.000 Kindern im Alter von 8  bis 16 Jahren unter die Lupe genommen und dabei Erstaunliches herausgefunden. Laut den vorliegenden Resultaten lesen diese Jugendliche zum ersten Mal in der Geschichte mehr Inhalte über Computer und andere elektronische Bildschirme, als sie gedruckte Bücher, Zeitschriften, Zeitungen oder Comics lesen. Nachfolgend die wichtigsten Ergebnisse dieser Untersuchung (Anmerkung:...

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Wie Teenager in sozialen Medien Information teilen

Niemals zuvor haben Jugendliche mehr Informationen über sich selbst auf sozialen Netzwerken preisgegeben als heute. Gleichzeitig nutzen sie aber immer öfter die zur Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten und Werkzeuge, um ihre Privatsphäre besser zu schützen. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Untersuchung der unabhängigen US-amerikanischen Forschungsorganisation Pew Internet. Insgesamt wurden für diese Studie 802 Teenager im Alter von 12 bis 17 Jahren im September 2012 in den USA...

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Szenarien und Zukunftstrends für Informationsspezialisten

Die australische Bibliotheks- und Informationsvereinigung (Australian Library and Information Association – ALIA) hat ein interessantes Diskussionspapier veröffentlicht, in dem verschiedene Szenarien und Trends für das Jahr 2025 vorgestellt werden, die für den Beruf der Informationsspezialisten zukünftig von Bedeutung sein können.

Das goldene Zeitalter der Information kommt bzw. ist teilweise schon da. Ob Bibliotheken und andere Informationseinrichtungen dieser Ära ihren eigenen Stempel aufdrücken können muss sich aber erst noch zeigen. Um in der Zukunft bestehen zu können, müssen wir verstehen, von woher wir ursprünglich kommen. Hierzu ein kleiner historischer Rückblick auf 4.000 Jahre Bibliotheksgeschichte ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Ca. 2400 v.Chr. wird die erste Bibliothek in Ebla, Syrien, mit 17.000 Tontafeln eröffnet. Bibliotheken sind in dieser Periode zuerst aber die Domäne von vor allem Wissenschaftlern, Priestern und herrschenden Adelsgeschlechtern.
1455 beginnt mit dem Druck der Bibel durch Gutenberg die Geschichte des modernen Buchdrucks.
Die industrielle Revolution (1760­1840) führt zum gesellschaftlichen Aufstieg der Mittel­ klasse. So finden die Bücher nun den Weg in die viele Eigenheime.
1976 beginnt die Entwicklung von elektronischen Zeitschriften. Beteiligt daran sind Spezi­ al­ und wissenschaftliche Bibliotheken.
1985 ersetzt die New York Public Library ihre Katalogkarten durch Computerterminals.
1995 betritt Amazon als Online-­Buchladen mit billigen Angeboten die Szene.
1998 verändert sich mit dem Start von Google …

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Die Gigabit-Gesellschaft

Das Schlagwort von der Gigabit-Gesellschaft macht seit dem Jahr 2010 die Runde in Medien und Öffentlichkeit. Allgemein wird mit diesem Begriff eine Gesellschaft beschrieben, die durch die Möglichkeiten und Herausforderungen von Breitband- Datenübertragungen geprägt wird. Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) hat im Auftrag der Initiative D21 nun versucht, diesen Ausdruck greifbarer zu machen und näher zu bestimmen. Insgesamt wurden dazu jeweils sechs positive und negative Szenarien für das Jahr 2020 erstellt.

Kaum ist man schon des ewigen Schlagworts von der Informationsgesellschaft überdrüssig, dringt bereits der nächste Modebegriff in unsere Wahrnehmung, nämlich die sogenannte Gigabit­-Gesellschaft. In den nächsten Jahren sollen immer größere Datenmengen noch schneller übertragen werden, die Vernetzung und Verknüpfung von automatischen Daten aus verschiedensten Quellen sollen noch mehr Wissens­ und Informationsgewinn für die User erbringen, und intelligente Endgeräte sollen diese großen Datenmengen uns in Echtzeit bedarfsgerecht zur Verfügung stellen. Das ISI hat hierzu die Szenarien „Open Everything“, „Alles in Echtzeit“,

„Vernetzte Mobilität“, „Do it Yourself“, „Intelligente Gesundheit“ und „Nachhaltig Leben“ aufgestellt und untersucht. Nachfolgend eine kurze Vorstellung dieser 6 Szenarien:

Open Everything
Das positive Szenario des „Open Erverything“ ermöglicht in vielen Bereichen unseres Lebens die Demokratisierung des Informationszugangs und ­-austauschs. Dies bedeutet nicht nur mehr Mitspracherechte auf politischer Ebene, sondern auch in Unternehmen, Wissenschaft und Forschung. Bestehende Hierarchien werden durch diese verstärkte Informationsvernetzung weiter abgebaut. Bekannte Stichwörter für dieses Szenario sind z.B. Open Access, Open Innovation oder E­-Participation. Umgesetzt werden kann dieses Szenario allerdings nur, wenn große Teil der jetzigen Internet­-Offliner zu Onlinern werden. Das entsprechende negative Szenario zu Open Everything wird als „Closed Shop“ bezeichnet. Dieses Szenario könnte Realität werden, wenn die Bürger den Eindruck haben, dass die ganzen Offenheitsbestrebungen lediglich Alibi-­Übungen sind und so ein Enttäuschungseffekt entsteht. Auf das Internet bezogen bedeutet dies, dass große Webanbieter ihre Plattformen für ihre Benutzer­gruppen nur …

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Studie zum wissenschaftlichen Informationsaustausch

Die wissenschaftliche Kommunikation hat sich in den letzten Jahren einschneidend verändert, und tut dies auch weiterhin in einem immer schnelleren Tempo. Die Hauptursache dieses Wandels ist natürlich in den vielfältigen Möglichkeiten durch Neuerungen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie zu suchen. Dieser Wandel reflektiert sich in allen Bereichen des wissenschaftlichen Austauschs. Dies beinhaltet den Informationsprozess der Forscher, die Beurteilung von Informationsintermediären (Bibliotheken, Verlage oder andere), oder wie sie zu dem Peer- Review-Prozess stehen. Eine aktuelle Studie untersucht hierzu die Einstellungen von Forschern und Praktikern, die an britischen Hochschulen tätig sind. Erstellt wurde die Studie von der Non-Profit-Unternehmensberatung Ithaka S+R, der gemeinnützigen Bildungseinrichtung Jisc sowie der Forschungsvereinigung Research Libraries UK (RLUK).

Insgesamt wurden für diese Untersuchung ca. 46.000 Personen, die an britischen Hochschulen tätig sind, angefragt. Die Teilnahmequote betrug dabei 7,9% oder knapp 3.500 Personen. Insgesamt lassen sich die Wissenschaftler in die vier großen Fachdisziplinen Geisteswissenschaften (1.189 Personen), Sozialwissenschaften (1.545), Naturwissenschaften (1.464) und Medizin/Tiermedizin (545) einordnen.

Die Studie enthält u.a. folgende interessante Resultate:

Die Ausgangspunkte für den Rechercheprozess unterscheiden sich, je nach Fachgebiet des Wissenschaftlers, deutlich voneinander. So beginnen Forscher aus den Disziplinen Medizin und Tiermedizin ihre Informationssuche bevorzugt in spezifischen, elektronischen Datenbanken und seltener mittels einer simplen Webrecherche. Obwohl Berufskollegen sehr selten Teil des Informationsprozess sind, haben sie …

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