Die Gigabit-Gesellschaft
Datum: 24. Juni 2013
Autor: Erwin König
Kategorien: Trends


Das Schlagwort von der Gigabit-Gesellschaft macht seit dem Jahr 2010 die Runde in Medien und Öffentlichkeit. Allgemein wird mit diesem Begriff eine Gesellschaft beschrieben, die durch die Möglichkeiten und Herausforderungen von Breitband- Datenübertragungen geprägt wird. Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) hat im Auftrag der Initiative D21 nun versucht, diesen Ausdruck greifbarer zu machen und näher zu bestimmen. Insgesamt wurden dazu jeweils sechs positive und negative Szenarien für das Jahr 2020 erstellt.

Kaum ist man schon des ewigen Schlagworts von der Informationsgesellschaft überdrüssig, dringt bereits der nächste Modebegriff in unsere Wahrnehmung, nämlich die sogenannte Gigabit­-Gesellschaft. In den nächsten Jahren sollen immer größere Datenmengen noch schneller übertragen werden, die Vernetzung und Verknüpfung von automatischen Daten aus verschiedensten Quellen sollen noch mehr Wissens­ und Informationsgewinn für die User erbringen, und intelligente Endgeräte sollen diese großen Datenmengen uns in Echtzeit bedarfsgerecht zur Verfügung stellen. Das ISI hat hierzu die Szenarien „Open Everything“, „Alles in Echtzeit“,

„Vernetzte Mobilität“, „Do it Yourself“, „Intelligente Gesundheit“ und „Nachhaltig Leben“ aufgestellt und untersucht. Nachfolgend eine kurze Vorstellung dieser 6 Szenarien:

Open Everything
Das positive Szenario des „Open Erverything“ ermöglicht in vielen Bereichen unseres Lebens die Demokratisierung des Informationszugangs und ­-austauschs. Dies bedeutet nicht nur mehr Mitspracherechte auf politischer Ebene, sondern auch in Unternehmen, Wissenschaft und Forschung. Bestehende Hierarchien werden durch diese verstärkte Informationsvernetzung weiter abgebaut. Bekannte Stichwörter für dieses Szenario sind z.B. Open Access, Open Innovation oder E­-Participation. Umgesetzt werden kann dieses Szenario allerdings nur, wenn große Teil der jetzigen Internet­-Offliner zu Onlinern werden. Das entsprechende negative Szenario zu Open Everything wird als „Closed Shop“ bezeichnet. Dieses Szenario könnte Realität werden, wenn die Bürger den Eindruck haben, dass die ganzen Offenheitsbestrebungen lediglich Alibi-­Übungen sind und so ein Enttäuschungseffekt entsteht. Auf das Internet bezogen bedeutet dies, dass große Webanbieter ihre Plattformen für ihre Benutzer­gruppen nur …

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