Leistungs- und Wirkungsmessung mittels Logical Model

Informationseinrichtungen haben bekanntlich große Schwierigkeiten, ihre eigene Wirkung und ihren Wert zu bestimmen. Dies ist aber entscheidend, um den diversen Anspruchsgruppen die Relevanz dieser Arbeit plausibel und nachvollziehbar vermitteln zu können. Eine Möglichkeit, dies zu tun, bietet das sogenannte Logical Model an. Dieses kann bei der Evaluierung der Wirkungs- und Leistungsmessung einer Bibliothek helfen, um zielgruppenspezifische Kennzahlen zu erhalten.

Das Evaluationsinstrument „Logisches Modell“ geht auf die Arbeiten von verschiedenen US-amerikanischen Evaluationstheoretikern in den 1960er, 1970er und 1980er-Jahren zurück.

Das Logical Model umfasst dabei folgende hierarchischen Ebenen

Inputs: Beinhaltet die benötigten Einsatzfaktoren, um ein Programm oder Dienst zu erstellen, wie Personal, Geld oder Zeit.
Outputs: Ist das Resultat des Leistungsprozesses, ausgedrückt z.B. in der Anzahl der Publikationen oder der Anzahl an angebotenen Schulungen.
Outcomes: ist der direkte Nutzen für die verschiedenen Zielgruppen, z.B. ein größerer Grad an Zufriedenheit mit einem Informationsangebot oder Veränderungen der vorhandenen Kenntnisse.
Impacts: ist der längerfristige Effekt, der über die Zielgruppen hinausgeht, z.B. gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen für die Region oder Kommune, in der die Bibliothek ihren Standort hat
Das Logische Modell basiert dabei auf dem „wenn/dann-Prinzip“, d.h. wenn wir dieses Programm oder jenen Dienst anbieten, dann hat dies eine spezifische Wirkung bzw. wird ein bestimmter Wert erzielt.

Weiterhin muss man sich noch den Unterschied zwischen Benutzer und Stakeholder vor Augen führen, um zielgruppenspezifische Messungen vornehmen zu können. Ein Stakeholder oder ein Entscheidungsträger ist …

Ist der Einfluss von Bibliotheken messbar?

Der folgende Beitrag beschäftigt sich mit den aktuell verfügbaren und potenziellen Methoden zur Identifizierung, Überprüfung und Messung des Einflusses von Bibliotheken auf Gesellschaft, Bildung und Wirtschaft. Weltweit sind in den letzten Jahren zu diesem Thema verschiedene Projekte entwickelt und getestet worden. Inzwischen haben die sich daraus ergebenden Diskussionen einen Stand erreicht, der es erlaubt, aus diesen Anstrengungen einen ersten Versuch zu unternehmen, um diese Überlegungen in einem neuen internationalen Standard münden zu lassen. Der Beitrag fasst die bisher bei der Arbeit an der neuen ISO-Norm 16439 erreichten Ergebnisse zusammen und zeigt auch mögliche Probleme bei der Umsetzung solcher Methoden in der Praxis auf. Dazu werden einfache Beispiele für einfache Methoden vorgestellt, die die meisten Bibliotheken bereits heute anwenden können.

Das Sammeln und Präsentieren von zumindest grundlegenden Daten für den Aufwand (Personal, Sammlungen etc.) und die erbrachte Leistung (Ausleihen, Besuche, Downloads etc.) gehört heute praktisch für jede Bibliothek zur Routine. Diese Statistiken werden normalerweise zuerst auf der individuellen Bibliotheksebene erhoben und dann zu regionalen oder nationalen Statistiken zusammengefasst und aufsummiert. Das Vorgehen für die Erhebung solcher Zahlen ist definiert und beschrieben in dem ISO-Standard 2789. Ergänzend zu diesem rein quantitativen Vorgehen haben viele Informationseinrichtungen damit begonnen, auch Kennzahlen zu entwickeln, mit der sie in der Lage sind, ihre Servicequalität und Kosteneffizienz zu bestimmen. Auch für solche Qualitätskennziffern gibt es einen ISO-Standard, und zwar den ISO-Standard 11620.

In den letzten Jahren sind Bibliotheken, genau wie viele andere Non-Profit-Organisationen, immer öfter dazu genötigt, ihren eigenen Wert nachzuweisen, um eine gewisse wirtschaftliche Legitimierung zu erhalten. Erschwerend kommt hinzu, dass durch die vielfältigen Möglichkeiten des Internets grundsätzliche Zweifel an dem allgemeinen Nutzen von Bibliotheken aufgekommen sind, speziell bei den Geld gebenden…