Studie zur Medienkonsum in Deutschland
Datum: 10. Februar 2013
Autor: Erwin König
Kategorien: Studien


In diesem Newsletter wurde in den vergangenen Monaten vermehrt über den Trend hin zur parallelen Nutzung von mehreren Endgeräten mit Bildschirmen berichtet. Eine aktuelle Untersuchung der zum privaten Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 Group gehörenden Vermarktungseinheit SevenOne Media hat diesen Trend nun auch für Deutschland bestätigt. Allgemein erwarten die Marktforscher, dass durch diesen parallelen Medienkonsum die Nutzung des Fernsehens weiter ansteigen wird. Print und anderen klassischen Medien, wie z.B. dem Radio, werden dagegen eher schlechte Zukunftsaussichten prophezeit.

Für diese Studie wurden insgesamt 1.000 Personen in Deutschland im Alter von 14 bis 49 Jahren in einer bevölkerungsrepräsentativen telefonischen Umfrage zu ihrem Mediennutzungsverhalten befragt. Um eventuell bestehende Generationsunterschiede feststellen zu können, wurden in dieser Untersuchungsreihe auch zum ersten Mal die Nutzer der Alterskategorie über 50 Jahren befragt.

Es haben sich u.a. folgende Erkenntnisse aus der Studie „Navigator Mediennutzung“ ergeben:

Die deutschen Verbraucher konsumieren immer mehr Medien. Der Medienkonsum pro Tag hat sich im Durchschnitt in den letzten 10 Jahren um rund ein Sechstel erhöht, und beträgt nun gesamthaft 585 Minuten oder 9,75 Stunden pro Tag.
Als wichtigste Ursache für den steigenden Medienkonsum wird die stärkere Interaktion zwischen den einzelnen Medienarten angesehen, und hierbei im Besonderen zwischen Fernsehen und Internet. Hier kommt es immer öfter zu einer Parallelnutzung von Fernsehen und internetfähigen Endgeräten. Knapp 60% nutzen das Internet zumindest gelegentlich neben dem Fernsehschauen. Oder mit anderen Worten: Wer viel fernsehsieht, ist meistens auch ein Internet-Junkie. Ausdruck für diese fast ideale Symbiose von TV-Gerät und Internet ist die Tatsache, dass zwei Drittel der parallelen Webuser sich während ihrer Online-Ausflüge mit TV-bezogenen Inhalten beschäftigen. Zukünftig dürfte sich dieses Zusammenspiel von TV und Internet noch akzentuieren, da die zunehmende Versorgung der Haushalte mit mobilen Endgeräten ein weiterer, entscheidender Treiber für diese Entwicklung ist.
Der Deutschen liebstes Medium bleibt vorläufig das Fernsehen. Mit einer Nutzungsdauer von allein 207 Minuten beansprucht das Fernsehschauen weiterhin den größten Teil des täglichen Medienkonsums. Das Internet kommt dagegen auf knapp die Hälfte der Zeit, d.h. 107 Minuten, wobei dieses Medium…

Um den Artikel in voller Länge lesen zu können, benötigen Sie ein Abo. Jetzt Abo abschließen oder mit bestehendem Konto anmelden!

Mehr zum Thema:

Studie zur Landschaft der diamantenen Open-Access-Zeitschriften

Unter Diamant Open Access (kurz: Diamant OA) bzw. auch Platin Open Access werden OA-Zeitschriften verstanden, die kostenfrei gelesen werden können, aber von den Autorinnen und Autoren keine Artikelbearbeitungsgebühren verlangen. Die Kosten für die Verlage von...

Eine Krise ist nur eine gut getarnte Chance

Das Coronavirus hat uns nun seit über einem Jahr fest im Griff. Bibliotheken und andere Informationseinrichtungen haben darauf auf vielfältige, flexible und kreative Weise reagiert, um ihre Dienste zumindest teilweise weiter anbieten zu können. Die Frage ist nun: Was...

Untersuchung zur bibliothekarischen Berufspraxis in Deutschland

Der digitale Wandel verändert nicht nur die Art, wie wir kommunizieren, lernen oder lehren. Mindestens genauso stark beeinflusst die Digitalisierung auch, wie wir arbeiten, also unsere Arbeitswelt. Bibliotheken und andere Informationseinrichtungen bilden hier keine...