Nicht ohne mein Mobiltelefon
Datum: 12. April 2013
Autor: Erwin König
Kategorien: Trends


In der letzten Ausgabe dieses Newsletters wurde eine britische Studie zitiert, die die Abhängigkeit der Nutzer von ihren Mobiltelefonen untersucht hat. Eine ähnliche Studie gibt es nun auch speziell für Deutschland. Die Stiftung Internetforschung hat im Auftrag der Ergo-Versicherung untersucht, wie die deutsche Bevölkerung mit der teilweise dauernden Erreichbarkeit durch Mobiltelefone umgeht, sowie ob und welche negativen Auswirkungen dabei auftreten. Für diese repräsentative Studie wurden im November 2012 3.001 erwachsene Personen in Deutschland befragt, die über einen Internetzugang verfügen sowie Besitzer und Nutzer von Mobiltelefonen sind.

Hier ein Auszug aus den Studienergebnissen:

Mehr als ein Drittel der Umfrageteilnehmer nehmen praktisch den gesamten Tag, d.h. zwischen 21 und 24 Stunden, beruflich oder privat begründete Telefonate an. Die Altersgruppe der 40 bis 49-Jährigen (39%) sowie die Gruppe der 18- bis 29-Jährigen (38,5%) scheinen – freiwillig oder gezwungenermaßen – besonders stark unter dem Phänomen „Ich bin dauernd erreichbar“ zu leiden. Bei dieser Nutzergruppe der Rund-um-die-Uhr-Erreichbaren fällt auch eine gewisse Geschlechterkluft auf. Frauen sind zu 39,2% ständig erreichbar, im Vergleich zu 32,9% bei den Männern. Bei den Dauer-Erreichbaren ist ebenfalls auffällig, dass mit höherem Bildungsabschluss diese Erreichbarkeitsdrang abnimmt (Volks-/Hauptschule 40,3%, Mittlere Reife/Realschule 35,9%, Abitur/Hochschulreife 31,0%). Wobei dies aber nur für die Gruppe mit 21 bis 24-Stunden Erreichbarkeit gilt. In der Usergruppe mit einer Nutzungsdauer von 13 bis 16 Stunden pro Tag ist diese Reihenfolge genau umgekehrt.
Die Mehrheit (60,8%) der befragten Personen erhalten zwischen 1 und 5 Anrufe pro Tag. Interessant ist, dass in dieser Gruppe die 70+-Alterskategorie mit 69,4% den größten Anteil hat. Die Gruppe mit den meisten erhaltenen Anrufen, d.h. mehr als 21 pro Tag, machen immerhin einen Anteil von 5,3% aus. Den größten Anteil haben hier die 40- bis 49-Jährigen, d.h. hier scheint es, wie bei der Frage nach der Dauer der Erreichbarkeit, auch berufliche Gründe zu geben, die für diese Nutzungshäufigkeit verantwortlich ist.
Bei der Frage nach der Anzahl der beruflich oder privat empfangenen E-Mails sagt die Mehrheit (51,3%), dass sie täglich zwischen 1 und 5 E-Mails erhalten. 21 und mehr E-Mails erhalten 9,1% der Antwortenden. Vergleicht man die Zahlen für E-Mails mit den Telefonanrufen, fällt auf, dass die Anzahl der E-Mails in etwa der Anzahl den erhaltenen Anrufen entspricht. Von einer E-Mail-Flut kann somit kaum gesprochen werden. Eigentlich hätte erwartet werden können, dass die Anzahl E-Mails deutlich höher ist als …

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