Soziale Netzwerk-Tools für wissenschaftliche Bibliotheken

An den sozialen Netzwerken führt auch für wissenschaftliche Bibliotheken und andere Informationseinrichtungen langfristig kaum ein Weg vorbei, wenn sie nicht einen Großteil ihres potenziellen Zielpublikums auf Dauer vernachlässigen wollen. Der nachfolgende Beitrag untersucht, wie es derzeit mit dem Einsatz von sozialen Netzwerk-Tools in wissenschaftlichen Bibliotheken aussieht. Aber nicht nur die Art und die Verbreitung solcher Werkzeuge werden untersucht, sondern auch die Einstellung der Mitarbeiter dazu. Weiterhin werden der bisherige Nutzen und die Probleme aus dem Einsatz solcher Tools einer genaueren Analyse unterzogen.

Soziale Netzwerke werden in den letzten Jahren nicht nur mehr für die bloße Freizeit-Kommunikation zwischen Internetusern eingesetzt, sondern auch vermehrt von Unternehmen, Organisationen, Universitäten und auch Bibliotheken. Oder anders ausgedrückt, soziale Netzwerke können in vielen unterschiedlichen Kontexten verschiedene Aufgaben erfüllen. Für Bibliotheken wird der Einsatz von sozialen Netzwerken vorgeschlagen, um z.B. Informationen zu verbreiten, um die eigenen Dienstleistungen zu vermarkten oder über Neuerscheinungen zu informieren.

Allgemein kann man unter sozialen Netzwerk-Tools fast die gesamte Bandbreite an Zusammenarbeitsumgebungen verstehen, die auf Web 2.0-Applikationen basieren.

Zuerst einige zusammenfassende Aussagen aus der bisher erschienenen Fachliteratur zu diesem Thema:

Eine vor knapp 8 Jahren durchgeführte Studie besagt, dass die meisten Bibliotheksleiter in den USA nicht daran glaubten, dass Bibliotheken einen Platz in sozialen Netzwerken hätten. Gerade das von den Bibliotheken besonders geförderte Lernen scheint nicht mit den typischen Eigenheiten der sozialen Netzwerke kompatibel zu sein.
Eine andere Arbeit aus dem Jahr 2008 zeigt allerdings auf, dass Facebook und Co. durchaus auch für Informationseinrichtungen sinnvoll eingesetzt werden können. So kann allein durch die Status-Anzeige, ob ein Bibliothekar online ist oder nicht, der Kunde sofort erkennen, ob seine Anfragen unmittelbar beantwortet werden können.
Andere Beiträge betonen die möglichen Vorteile durch den Einsatz von Facebook. Soziale Netzwerke werden z.B. genutzt, um Informationsdienste über diese Plattformen anzubieten. Zudem bieten sie die Möglichkeit zur einfachen Kommunikation mit den Usern. Als unverhofften Nebeneffekt wurde von einigen Bibliotheken auch festgestellt, dass der Kontakt und die Verständigung zu den Arbeitskollegen sich verbessert hat.
Neben den offensichtlichen Vorzügen der sozialen Netzwerke gibt es auch Einschränkungen, die eine Nutzung in allen Bibliotheken verhindert. Dazu zählt z.B. der …

Nachrichtenrecherche im Facebook-Zeitalter

Die Flut an Angeboten mit digitalen Nachrichten hat nicht nur viele Print-Verlage in Schieflage gebracht, sondern stellt auch für professionelle Informationssuchende, wie es Informationsspezialisten sind, eine täglich größer werdende Herausforderung dar. Nicht nur die reine Informationsmenge ist ein Problem, auch die Schnelligkeit der Veröffentlichungen – Nachrichten zu gerade stattfindenden Ereignissen werden heute immer mehr in Echtzeit publiziert – sowie auch ihr umgehendes Verschwinden aus der Online-Welt. Kurz gesagt müssen Information Professionals heute nicht nur über Kenntnisse zu klassischen Nachrichtendatenbanken und Aggregatoren verfügen, sondern auch über Wissen zu neuen, nicht traditionellen Nachrichtenkanälen, wie es z.B. soziale Medien sind.

Die Autorinnen des vorliegenden Beitrags schildern anhand eines Projekts in ihrer Firma, einem Consulting-Unternehmen, welche Anforderungen an Information Professionals heute bei Nachrichtenrecherchen gestellt werden. Konkret geht es bei diesem Auftrag darum, historische Zeitungsartikel (gedruckt oder elektronisch), die zwischen 1980 und 2011 erschienen sind, zu lokalisieren sowie auch aktuelle Beiträge zu dem gesuchten Thema bereitzustellen.

Für die historischen Artikel wurde in erster Linie auf klassische Nachrichtendatenbanken gesetzt, d.h. Dialog, Factiva und LexisNexis. Auf NewsBank wurde verzichtet, da weder der Kunde noch die eigene Firma einen Zugang zu dieser Datenbank haben, obwohl diese Datenbank mit ihren über 4.600 …

Wer folgt eigentlich den Twitter Nachrichten von Bibliotheken?

Twitter ist ohne Frage eines der populärsten sozialen Netzwerke unserer Zeit. Der Kurznachrichtendienst verkörpert vielleicht sogar noch mehr als Facebook den Charakter unser heutigen digitalen Gesellschaft: kurze Texte, einfache Handhabung und praktisch überall nutz- und verfügbar. Aus diesem Grund verwenden immer öfter Bibliotheken diese zudem kostengünstige Möglichkeit, um für ihre User über soziale Netzwerke erreichbar zu sein. Bisher gibt es allerdings kaum Untersuchungen, wie diese Bibliotheks-Tweets in der Twittersphäre ankommen. Anhand von Daten der Twitter-Seite der Sterling Evans Library in Texas wird detailliert untersucht, wie sich z.B. die Gruppe der Follower dieses Twitter-Accounts zusammensetzen. Schließlich soll sichergestellt werden, dass mit den ausgesendeten Tweets auch das gewünschte Zielpublikum erreicht wird. Im Falle einer wissenschaftlichen Bibliothek sollten es also in erster Linie Personen sein, die mit der Trägerinstitution der Bibliothek in irgendeiner Weise verbunden sind. Dabei wird die Hypothese aufgestellt, dass es sich bei den Followern mehrheitlich um Studenten handelt.

Grundsätzlich lässt sich Twitter auf zwei Arten benutzen. Einmal um Informationen unter Followern zu verbreiten. Sowie zum zweiten, um Informationen von Account-Inhabern zu erhalten, indem man ihre Tweets beobachtet und auswertet. Die bisherige Fachliteratur lässt den Schluss zu, dass Bibliotheken Twitter hauptsächlich für die Verbreitung von Bibliotheksneuigkeiten oder der Vorstellung von Informationsquellen einsetzen. Bibliotheken vernachlässigen oftmals aber den sozialen …

Studie zu den Auswirkungen der Digitalisierung auf die Gesellschaft

Der Wandel von analogen zu digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien hat gerade in den letzten 15 Jahren zu weitreichenden Veränderungen innerhalb der Gesellschaft bezüglich Informationsproduktion, Informationsverbreitung und Informationskonsum geführt. Neben der reinen Informationsexplosion sowie den vielfältigen Möglichkeiten des Internets greift dieser Wandel aber wesentlich tiefer und betrifft inzwischen viele, wenn nicht schon die meisten sozialen und wirtschaftlichen Bereiche unseres alltäglichen Lebens. Diese Entwicklungen sind noch lange nicht abgeschlossen, und vermutlich stehen wir sogar erst am Anfang dieser Veränderungsprozesse. Wie weit die Auswirkungen auf unsere Wissensgesellschaft schon vorangeschritten sind, versucht eine neue Untersuchung von ibi Research an der Universität Regensburg zu analysieren. Dazu wurden im Zeitraum von Januar und Februar 2013 mittels Auswertung einer Online-gestützten Befragung Experten aus der Online-Branche interviewt. Insgesamt 904 Personen haben sich schlussendlich an dieser Studie beteiligt. Die Resultate deuten darauf hin, dass die Auswirkungen der Digitalisierung auf Arbeit und Privatleben wesentlich größer sind, als allgemein bisher vermutet.

An wichtigen Ergebnissen haben sich u.a. ergeben:

Die überwiegende Mehrheit (69%) der Umfrage-Teilnehmer sehen die Folgen der Digitalisierung im Bezug auf die Arbeitswelt und im privaten Umfeld als kritisch, bzw. sogar nachteilig an. Neben den vielen, ohne Zweifel, vorhanden positiven Einflüssen der Digitalisierung werden als Nachteile der andauernde Zeitdruck sowie die ständige Erreichbarkeit durch die digitalen Technologien genannt. Viele sehen durch die zunehmende Digitalisierungswelle sogar die Gefahr von vermehrten psychischen und anderen gesundheitlichen Problemen auf unsere Gesellschaft zukommen.
Diese Studie bestätigt ebenfalls die bekannte Vermutung, dass gerade in Deutschland der Datenschutz bei den Usern einen sehr Stellen wert genießt und entsprechend wahrgenommen wird. So sehen mehr als 60% im Datenschutz nicht einfach ein Medien-Thema, mit dem nur versucht wird, Ängste hervorzurufen. Die gesetzlichen Regelungen im Bereich des Datenschutzes werden daher begrüßt.
Mehr als 50% sehen dabei Deutschland als vorbildlich, wenn es um solche datenschutzrechtliche Regelungen geht. Passend dazu sind die deutschen User sehr vorsichtig, wenn es …

Studie zur mobilen Suche im Internet

Mit dem Siegeszug der Smartphones und Tablets stellt sich immer öfter die Frage, ob und wie sich das Nutzungsverhalten dieser mobilen User von dem Verhalten von Nutzern von klassischen Rechnertypen, wie Desktop-PC und Laptops unterscheidet? Suchmaschinenplatzhirsch Google hat hierzu einen Teilbereich untersucht, nämlich die mobile Suche. Zu diesem Zweck hat Google in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsunternehmen Nielsen über einen Zeitraum von zwei Wochen 6.303 mobile Suchanfragen von 416 Studienteilnehmern aufgezeichnet und analysiert, um daraus mögliche Zusammenhänge zwischen Suchverhalten und daraus resultierenden online und offline Handlungen zu finden. Um diese Ergebnisse genauer zu verifizieren, wurden zusätzlich noch Online-Befragungen sowie vertiefende Interviews mit den Studienteilnehmern durchgeführt.

Folgende drei grundlegende Fragen sollen mit dieser Untersuchung geklärt werden:

Wo, wann, mit wem und wie oft werden mobile Suchanfragen durchgeführt?
Welche Handlungen und Gespräche werden durch diese mobilen Anfragen ausgelöst?
Wie wird mobile Werbung von den Usern wahrgenommen?
Hier ein Auszug aus den vorliegenden Ergebnissen dieser Google-Studie:

Mobile Internetuser suchen nach einer großen Bandbreite von Informationen. 15% der Teilnehmer suchten nach Kunst und Veranstaltungen, 12% nach Nachrichten, 10% suchten Infos zu allgemeinen Wissensfragen, 7% zu Einkaufsfragen, 7% nach Essen, 6% nach Technik, 6% Gesundheitsangelegenheiten, 5% wegen gesellschaftlicher Dinge, 4% nach Restaurants, 4% nach Orientierungshilfen, 4% nach Finanzfragen, 3% zu Schönheitsfragen, 3% zu Autos, 2% nach Reiseinformationen und 1% nach Einrichtungsgegenständen.
Eine auffällige Verteilung gibt es bei der zeitlichen Auswertung der mobilen Suchen. Die Mehrheit der mobilen Anfragen wird am Nachmittag und am Abend durchgeführt. Zwischen 20 Uhr und Mitternacht werden mehr als ein Fünftel (22%) aller mobilen Suchanfragen ausgeführt. Zwischen 9 Uhr morgens und mittags sind es lediglich 7%. Weniger überraschend ist sicher, dass zwischen 3 und 6 Uhr morgens mit 2% die wenigstens Anfragen erfolgten.
77% aller mobilen Suchanfragen wurden zu Hause oder während der Arbeit durchgeführt. Wobei die überwiegende Mehrheit der mobilen Recherchen in den eigenen vier Wänden durchgeführt wurde (68%). 9% der Suchanfragen erfolgten während der Arbeitszeit, 17% der ausgewerteten Anfragen geschahen unterwegs und 2% während dem Einkaufen.
Untersucht man den Kontext, in dem die mobilen Suchabfragen erfolgten, lassen sich einzelne Muster erkennen. Bei Infos bezüglich Essen wurden diese mobilen Anfragen mit Abstand am häufigsten in einem Einkaufsladen (knapp 42%) durchgeführt. Ähnlich sieht das Bild bei Informationen für Einkäufe aus. Auch hier erfolgten die meisten Suchabfragen (ca. 37%), während die Teilnehmer sich in einem Einkaufsgeschäft befanden Bei Informationen zu Restaurants erfolgten diese zu knapp 30% am häufigsten unterwegs. Reiseinformationen wurden mehrheitlich …