Neue Informationsprodukte aus vorhandenen Daten und Wissen erstellen
Datum: 7. Dezember 2012
Autor: Erwin König
Kategorien: Fachartikel



Nicht nur öffentliche und wissenschaftliche Bibliotheken sehen sich heute einem immer größeren Druck ausgesetzt, ihre Kosten fortlaufend zu reduzieren. Bei vielen der in einem unternehmerischen Umfeld tätigen Informationscenter fallen Etatkürzungen teilweise noch gravierender aus, trotz der in den letzten Jahren angeblich erkannten Relevanz der Ressource Information durch die Unternehmen. Gerade die schlechte wirtschaftliche Entwicklung der letzten Jahre sowie der Siegeszug des Internets haben die klassische Informationsvermittlung in Wirtschaftsunternehmen weiter in Bedrängnis gebracht. Hier sind kreative Lösungen in Form von neuen Informationsangeboten gefragt, um langfristig innerhalb einer Organisation weiter eine relevante Rolle zu spielen. Informationsabteilungen müssen, wie in der freien Marktwirtschaft üblich, fortlaufend ihre Fähigkeiten und Nützlichkeit durch innovative Informationsdienstleistungen für das eigene Unternehmen demonstrieren. Wie Informationsabteilungen solche Mehrwerte erzielen können, wird in dem folgenden Artikel anhand des Beispiels des Pharmariesen Merck Serono gezeigt.

Die Informationsteams in Unternehmen sind auch heute oft noch die Entscheidungsträger, wenn es um die Frage geht, welche externen Datenbanken möglichst kosteneffizient angeschafft werden sollen. Viele dieser Informationsquellen sind heute für die Nutzung durch die Enduser ausgelegt, d.h. sie können ohne die explizite Hilfe der Information Professionals durch die jeweiligen Mitarbeiter an ihrem Arbeitsplatz genutzt werden. Diese Informationsressourcen werden aber auch von den Infoprofis genutzt, um etwa normale Anfragen zu beantworten. Es gibt aber noch weitere Nutzungsmöglichkeiten für solche kommerziellen Datenbanken, und zwar durch eine Zweitauswertung der dort enthaltenen Inhalte. So wird nachfolgend gezeigt, wie Daten von extern abonnierten Quellen genutzt werden können, um in Kombination mit internem Wissen völlig neue unternehmensrelevante Ressourcen zu erstellen.

Ausgangslage bilden folgende unternehmerische Aufgaben und Tätigkeiten, die von Infoprofis beobachtet werden sollten:

Sich wiederholende Anfragen oder gleichartige Fragestellungen, die nur durch die Zusammenführung von Informationen aus verschiedenen Quellen beantwortet werden können.
Anfragen an externe Berater, die eigentlich mit internen Datenquellen hätten beantwortet werden können.
Ein Verständnis für die unternehmerischen Ziele, so dass bestimmte Informationsbedürfnisse bereits im Vorfeld erkannt werden.
Das erste hier vorgestellte Anwendungsbeispiel beinhaltet die Entwicklung einer neuen Informationsquelle für das Fachgebiet der Epidemiologie. Obwohl bereits einige …

Um den Artikel in voller Länge lesen zu können, benötigen Sie ein Abo. Jetzt Abo abschließen oder mit bestehendem Konto anmelden!

Schlagworte: 09-2012 | Datenbanken

Mehr zum Thema:

Welche Folgen hat die Umstellung einer Zeitschrift auf Open Access?

Bekanntermaßen befindet sich das wissenschaftliche Publikationswesen in einem nachhaltigen und weitreichenden Transformationsprozess hin zu Open Access. Fast täglich verkünden Verlage in Pressemitteilungen von Verlagen, man wolle auf die eine oder andere Art die...

Das Informationssuchverhalten in Unternehmen in Zeiten der Pandemie

COVID-19 hat uns länger im Griff, als wir uns das alle wohl vor mehr als einem Jahr vorgestellt haben. Die dadurch entstehenden Herausforderungen betreffen praktisch alle Bereiche unseres Lebens, sowohl im Privaten als auch im Berufs- oder Ausbildungsleben. Eine...

Sind Influencer die neuen Infoprofis?

Durch die Möglichkeiten der Digitalisierung verändert sich unsere Welt rasant. Auch Information Professionals aus Bibliotheken und anderen Informationseinrichtungen haben schon längst erfahren müssen, dass sie nicht mehr unbedingt als bestimmende Autorität...

Offene Forschungsdaten führen zu mehr Zitierungen

Um die Transparenz in der Wissenschaft, d. h. die Überprüfbarkeit und die Reproduzierbarkeit von Arbeiten und deren Ergebnissen zu fördern, verlangen immer mehr Zeitschriften von den Autoren und Autorinnen, dass sie neben ihrem Artikel umgehend auch ihre...