zum Inhalt springen

Fehlende gesellschaftliche Diskussion zu KI

Datum: 26. Juli 2022
Autor: Erwin König
Kategorien: Kurz notiert

Künstliche Intelligenz (KI) wird für unser tägliches Leben immer relevanter. In vielen Fällen bemerken wir heute schon gar nicht mehr, dass wir überhaupt KI verwenden. Gleichzeitig wird mit diesen technologischen Fortschritten offensichtlich, dass wir weder aus ethischer noch aus gesellschaftlicher Sicht auf die Möglichkeiten dieser Technologie vorbereitet sind. Aktuell macht der Fall1 eines Google- Softwareingenieurs Schlagzeilen, der behauptet, der von ihm betreute Chatbot namens LaMDA verfüge über ein eigenes Bewusstsein. In der Tat sind die in den letzten Jahren mittels KI-Techniken erzielten Erfolge beeindruckend. Wie selbstverständlich nutzen wir heute KI-gestützte Spracherkennung und -übersetzungen, steuern unsere Haushalte mit smarten Geräten, während Unternehmen KI zur Prüfung von Daten in der Produktion, zur Steuerung der Logistik oder zur Analyse von Kunden und Märkten einsetzen. Daneben ist lernende Software in der Lage, Kunst zu entwickeln, die nicht mehr von menschengeschaffener zu unterscheiden ist und trotzdem eine gewisse Eigenständigkeit besitzt. Daher ist es nicht überraschend, dass immer häufiger der Versuch unternommen wird, die von KI geschaffenen Arbeiten/Werke durch das Urheberrecht schützen zu lassen oder sogar Patente anzumelden. Offensichtlich wird die Grenze zwischen Mensch und Maschine immer diffuser. Gerade der nachfolgend vorgestellte Fall des Google-Chatbots verweist auf eine dringend notwendige Diskussion, ob und wie hier noch Abgrenzungen festgelegt werden können. Auch moralische und ethische Richtlinien sind bei der Entwicklung von KI dringend notwendig.

...

Um den Artikel in voller Länge lesen zu können, benötigen Sie ein Abo. Jetzt Abo abschließen oder mit bestehendem Konto anmelden!

Mehr zum Thema:

Was ChatGPT und Ghostwriting über Autorschaft verraten

Emily Hodgson Anderson zeigt in „The Conversation“, dass die aktuelle Aufregung um ChatGPT und akademisches oder professionelles Schreiben auf eine ältere Debatte zurückführt. Der Streit um KI-gestützte Schreibassistenz ist demnach kein völlig neues Problem, sondern...

Warum E-Books in US-Schulen zur Kostenfrage werden

Shannon Maughan beschreibt in „Publishers Weekly“ einen Markt, der für Schulbibliotheken immer schwieriger kalkulierbar wird. E-Books und Hörbücher gehören inzwischen fest zur Medienversorgung vieler Schulen, doch gleichzeitig schrumpfen Budgets, Lizenzmodelle werden...

Bibliotheken als Räume für Wohlbefinden im Gesundheitswesen

Bibliotheken können im Gesundheitswesen eine wichtige Rolle für das Wohlbefinden von Mitarbeitenden spielen. Ein Beitrag von Paula Y beschreibt auf der Plattform „Medium“, wie NHS-Bibliotheken im Vereinigten Königreich gezielt ruhige Lern- und Aufenthaltsräume...

Das Ende eines Formats: Der Niedergang des Massenmarkt-Paperbacks

Der klassische Massenmarkt-Taschenbuchroman verschwindet zunehmend aus dem US-Buchhandel. Wie David Smith im „Guardian“ berichtet, stellen wichtige Distributoren die Verbreitung des günstigen Formats ein. Damit endet ein Kapitel der Buchgeschichte, das Lesen über...