Bibliothek 2.0 und andere Dienstleistungsmodelle im Vergleich
Datum: 3. Januar 2013
Autor: Erwin König
Kategorien: Fachartikel


Die Fachliteratur zur „Library 2.0“ ist, obwohl auf bibliothekarischen Blogs und Webseiten ein relativ häufig diskutiertes Thema, als eher spärlich zu bezeichnen. Unabhängig davon führt dieses Thema sehr oft und sehr schnell zu hitzigen Debatten unter Informationsspezialisten. Mehrheitlich wird das bestehende Dienstleistungsmodell energisch verteidigt, ohne überhaupt nachzudenken, dass Service-Modelle wie die „Bibliothek 2.0“ und andere auch das eigene, bestehende Modell ergänzen und verbessern könnten. Welche Dienstleistungsmodelle für Bibliotheken überhaupt zur Auswahl stehen und welche Vorteile das Library 2.0-Modell im Vergleich zu diesen anderen Konzepten bietet, wird versucht in diesem Beitrag zu erklären.

Übereinstimmung herrscht in der Bibliotheksfachwelt, dass Bibliothek 2.0 ein Paradigmen-Wechsel im Vergleich zu den konventionellen Modellen bedeutet. Allgemein versteht man unter einem Modell eine Beschreibung bzw. ein Abbild eines komplexen Objekts oder Prozesses. Oft stellen Modelle auch eine vereinfachte Realität dar. Im Folgenden werden verschiedene Bibliotheksdienstleistungsmodelle vorgestellt und erläutert. Zuerst zum Dienstleistungsmodell der Bibliothek 2.0. 2005 wurde der Begriff der Bibliothek 2.0 von Michael Casey in seinem LibraryCrunch-Blog zum ersten Mal eingeführt. Bibliothek 2.0 stellt ein Modell von Bibliotheksdiensten dar, das sich neue Informations- und Kommunikationstechnologien zu Nutze macht, um eine Online-Plattform zu betreiben, die sowohl Usern als auch Informationsspezialisten zu Gute kommt. Cho (2008) hat folgende Merkmale als charakteristisch für das „Bibliothek 2.0“-Modell angesehen:

2.0-Bibliotheken beziehen die Öffentlichkeit mit ein und ändern sich auch entsprechend mit dieser.
Die Bibliotheken berücksichtigen nutzererstellte Inhalte und Dienstleistungen, was die Online-Präsenz der Bibliothek maximiert.
Die Rollen und Funktionen der Informationsspezialisten und der Nutzer sind in dem 2.0-Modell nicht in allen Fällen eindeutig klar definiert und können sich daher stets verändern.
Die 2.0-Bibliotheken erschaffen ein Multimedia-Erlebnis für ihre Benutzer durch Sammlungen und Dienstleistungen, die aus Video- und Audio-Komponenten bestehen.
Die 2.0-Bibliotheken besitzen einen Webauftritt, der die Zwei-Wege-Kommunikation zwischen den Usern und den Bibliotheken fördert.
Das Bibliothek 2.0-Modell setzt im Kern natürlich auf dem Web 2.0 auf. Kurz gesagt konzentriert sich dieses Modell darauf, die Bibliotheksdienstleistungen überall und zu jeder Zeit anzubieten. Es bietet sowohl physische als auch digitale Bestände an.

Nun zu den alternativen Dienstleistungsmodellen …

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Schlagworte: 10-2012 | Bibliothek 2.0

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