Beeinflusst die Regalposition eines Buchs dessen Nutzung?
Datum: 3. Februar 2020
Autor: Erwin König
Kategorien: Fachartikel

Die Aufstellung von Büchern in Freihandmagazinen oder in den Lesesälen Wissenschaftlicher Bibliotheken ist eines der Themen, das in der modernen Fachliteratur kaum noch diskutiert wird. Grundsätzlich werden in den meisten Wissenschaftlichen Bibliotheken die Bücher in einer Reihenfolge in die Regale eingestellt, die auf der einer gewählten Aufstellungssystematik beruht. In den USA ist dies für Wissenschaftliche Bibliotheken meist die Call Number der Library of Congress und in Deutschland etwa die Regensburger Verbundklassifikation (RVK). Viele Bibliotheksmitarbeiter haben allerdings den – zugegebenermaßen subjektiven – Eindruck, Bücher in den oberen und unteren Regalen würden weniger häufig ausgeliehen. Überraschenderweise gibt es bislang nur sehr wenige Untersuchungen, die diese Vermutung quantitativ überprüft haben. In der vorliegenden Arbeit wird versucht diese Forschungslücke zu schließen. Dazu wurden über einen Zeitraum von 2 ¼ Jahren die Nutzungsstatistiken von rund 21.000 Büchern ausgewertet. Hierfür wurden die Nutzungs- und Leihstatistiken in Bezug zum Aufstellungsort der Bücher in den Bücherregalen gesetzt. Erstaunlicherweise zeigen die Resultate, dass es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen der Ausleihhäufigkeit bzw. Nutzung eines Buchs in einer Wissenschaftlichen Bibliothek und dessen Position in einem Regal gibt. Danach gibt es eine klare Präferenz der Benutzer für die Nutzung von Büchern, wenn sie ungefähr in Augenhöhe angeordnet sind. Bücher, die sich im untersten Regal befinden, werden dagegen am seltensten genutzt.

...

Um den Artikel in voller Länge lesen zu können, benötigen Sie ein Abo. Jetzt Abo abschließen oder mit bestehendem Konto anmelden!

Schlagworte: Bibliotheken | Bücher | Design | Regale

Mehr zum Thema:

Bibliotheken und die Frage der Interims-Führungskräfte

Die zeitlich begrenzte Übernahme einer Führungsrolle durch Mitarbeitende ohne bisherige Führungsfunktion kommt nicht nur in Bibliotheken verhältnismäßig häufig vor. Die Gründe hierfür sind zahlreich: Krankheit, überraschende Kündigung, zeitlich befristete Abwesenheit,...

Forderung nach einer standardisierten Kennzeichnung von Preprints

Preprints, d. h. Vorab-Veröffentlichungen wissenschaftlicher Arbeiten, die noch nicht begutachtet wurden, spielten während der Corona-Pandemie eine wichtige Rolle. Sie haben ohne Frage mitgeholfen den Informationsaustausch bei der Suche nach Lösungen für diesen...

Die Folgen digitaler Ablenkung für das Lesen

Die digitale Revolution hat zahlreiche positive Effekte für unser Leben gebracht: Das Internet hat für eine Demokratisierung der Informationsversorgung gesorgt und die Geschwindigkeit der Kommunikation und des Informationsaustauschs wurde erheblich beschleunigt und...

Data-Mining für wissenschaftliche Bibliotheken

Wir leben in einer Zeit, in der immer mehr Daten erzeugt und gesammelt werden. Und dieses Datenwachstum wird sich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten noch weiter beschleunigen. Es entstehen aber nicht nur einfach immer größere Datenmengen, sondern diese Datenberge...

Wohin entwickelt sich das Peer-Review-Verfahren?

Das Peer-Review-Verfahren wird in der Wissenschaft gerne als der „Gold-Standard“ bezeichnet, wenn es um die Prüfung und Glaubwürdigkeit von Forschungsarbeiten geht. Kritik an diesem Prüfverfahren existiert aber schon seit etlichen Jahrzehnten. Allerdings ist in den...