Trends im Hochschulwesen: 10 Jahre Hochschul-Bildungs-Report
Datum: 24. Juni 2022
Autor: Erwin König
Kategorien: Trends

Kürzlich veröffentlichte Zahlen (https://www.kofa.de/daten-und-fakten/studien/fachkraeftereport-maerz-2022/) machen wieder einmal darauf aufmerksam, wie groß der Fachkräftemangel in Deutschland inzwischen ist. So hat das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (Kofa) des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) ein neues Rekordniveau bei der Zahl der offenen Stellen gemeldet. Für das erste Quartal 2022 gab es für ca. 558.000 offene Stellen keine qualifizierten Arbeitssuchenden. Der Fachkräftemangel betrifft praktisch alle Bereiche. Besonders betroffen sind momentan die Bereiche Gesundheit, Soziales, Architektur sowie Lehre und Erziehung. Damit wird deutlich, welche gesellschaftliche Aufgabe der Hochschulbildung in den nächsten Jahren zukommt, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Der kürzlich vom Stifterverband und der Unternehmensberatung McKinsey & Company veröffentlichte Abschlussbericht des Hochschul-Bildungs-Report mit dem Titel „Hochschulbildung in der Transformation“1 fasst die Entwicklungen von 2010 bis 2020 zusammen. Dabei wurden zunächst einige Fortschritte festgestellt: Das deutsche Bildungssystem ist heute insgesamt digitaler, zieht mehr ausländische Studierende an und ist auch sozial durchlässiger geworden. Zieht man aber den für den Hochschul-Bildungs-Report entwickelten Gesamtindex als Maßstab heran, so hat dieser nach einer Dekade lediglich 45 Punkte von für das Zieljahr zu erreichenden 100 Punkten erreicht. Auch unter Berücksichtigung der Corona-Pandemie, die sich auf alle sechs untersuchten Handlungsfelder negativ ausgewirkt hat, bleibt die Feststellung, dass in Deutschland noch immer erhebliche Defizite in der Hochschulbildung bestehen.

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