Digitale Unabhängigkeit ist für Europa in absehbarer Zeit nicht zu erreichen
Datum: 26. Juli 2022
Autor: Erwin König
Kategorien: Trends

Der Ukraine-Krieg hat nicht nur unermessliches menschliches Leid verursacht, sondern auch schonungslos aufgedeckt, dass Deutschland und die meisten anderen europäischen Länder in vielerlei Hinsicht von anderen Ländern mit oft autokratischen Systemen abhängig sind. Bei wichtigen Rohstoffen wie Erdöl und Erdgas ist diese Abhängigkeit besonders eklatant. Allerdings zeigt eine neue, im Auftrag der Konrad-Adenauer-Stiftung erstellte Studie1 der Universität Bonn, dass eine digitale Autonomie derzeit ebenfalls weit außerhalb der Möglichkeiten Deutschlands liegt. Ausgehend von dem Digitalen Dependenz Index (DDI – https://digitaldependence.eu/) wird gezeigt, dass Deutschland sowohl bezüglich Informationsinfrastrukturen als auch beim Handel mit digitalen Technologien in nicht unerheblichem Ausmaß von ausländischen Anbietern abhängig ist. Diese Erkenntnisse sind nicht neu. Bereits im „Global Competitiveness Report 2019“ (https://www.weforum.org/reports/how-to-end-a-decade-of-lost-productivity-growth) des World Economic Forum war der ungenügende Digitalisierungsgrad von Deutschland ausschlaggebend dafür, dass Deutschland bei seiner Wettbewerbsfähigkeit vom dritten auf den siebten Platz zurückgefallen war. Der vorliegende Bericht zeigt darüber hinaus, dass Deutschland und Europa bisher die Schwere und Auswirkungen der digitalen Abhängigkeit besonders von den zwei digital führenden Ländern USA und China nicht erkannt haben.

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