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Vielen Open-Access-Zeitschriften wird Impact-Faktor gestrichen

Datum: 8. Mai 2023
Autor: Erwin König
Kategorien: Kurz notiert

Generell scheint es, als wären wissenschaftliche Zeitschriften auf dem Geschäftsmodell von kostenpflichtigen Abonnements ein Auslaufmodell. Denn immer mehr Forschungsförderer und nationale Bildungsinitiativen unterstützen die Transformation des wissenschaftlichen Publikationswesens hin zu Open Access (OA). Und tatsächlich steigen die Verbreitung und die Anteile von OA-Zeitschriften und -Artikeln weiterhin sehr schnell an. Trotzdem dürften die Diskussionen rund um die Frage Open Access (OA) vs. Paywall-Zeitschriften noch längst nicht zu Ende sein. So machte am 20. März 2023 die Ankündigung von Clarivate Schlagzeilen, das Unternehmen habe fast zwei Dutzend Zeitschriften von zwei der am schnellsten wachsenden Open-Access-Verlage aus der für Wissenschaft und Bibliotheken wichtigen Datenbank Web of Science gestrichen. Bei den zwei Verlagen handelt es sich um die führenden Open-Access-Verlage Hindawi und MDPI. Mit dem Streichen von dieser Liste erhalten die betroffenen Zeitschriften aus diesen Häusern zukünftig auch keinen Impact-Faktor, d. h. sie verlieren ihr wissenschaftliches Gütesiegel. Über die Gründe für diese Streichung wird momentan noch spekuliert, da Clarivate zunächst weder die Namen der aussortierten Zeitschriften noch die genauen Ursachen nannte. Allerdings lässt sich aus einem Blogbeitrag1 auf Clarivate.com ableiten, dass die Streichung der insgesamt 50 aussortierten Zeitschriften aufgrund nicht erfüllter Qualitätskriterien geschehen ist. Nach dieser Streichung erschienen einige Kommentare und Beiträge, die auf die mögliche Signalwirkung des Vorgangs für das wissenschaftliche Publikationswesens hinweisen. Aus ihrer Sicht steht die weitere Richtung des wissenschaftlichen Publikationswesens auf dem Spiel.

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