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Medienforschung

Etablieren sich Blogger als Alternative zu Berufsjournalisten?

Die Vorbehalte in der Öffentlichkeit und in der Kommunikationswissenschaft gegenüber dem sogenannten „Amateurjournalismus", d. h. Bloggern, sind weiterhin sehr groß. Gerade im Rahmen der Fake-News-Debatte scheinen Blogs und ihre Betreiber schlecht abzuschneiden. Oft hört man neben dem Argument der fehlenden Faktenrecherche auch Vorwürfe wie Schleichwerbung in Blogbeiträgen. Auf der anderen Seite sprechen traditionelle Journalisten derzeit nur allzu gerne von einem wieder aufkeimenden...

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Steigende Akzeptanz von E-Books in Deutschland

Deutschland ist bekanntlich sehr spät auf den E-Book-Zug aufgesprungen. Der E-Book-Markt ist deshalb, gemessen an der Verbreitung von gedruckten Büchern, immer noch ein kleiner Nischenmarkt. Neue Zahlen des Technologie-Verbandes BITKOM weisen nun auf eine beschleunigte Dynamik bei der Verbreitung von elektronischen Büchern in Deutschland hin. Ob dies aber gleich mit einem Massenmarkt einhergeht, bleibt dem jeweiligen Betrachter bei der Interpretation der Studienergebnisse überlassen. Tatsache ist aber, dass auch in Deutschland die Verbreitung von E-Book-Readern sowie Tablet-Rechnern immer stärker zunimmt. Diese beiden mobilen Endgeräte sind grundsätzlich prädestiniert, um E-Books zu lesen. Das BITKOM erwartet bis Ende 2013, dass 8 Mio. Tablets und 832.000 E-Book-Lesegeräte verkauft werden. Dies sollte sich dann auch positiv auf den Absatz von elektronischen Büchern auswirken.
Das BITKOM hat für diese repräsentative Umfrage 2.500 Personen in Deutschland ab 14 Jahre befragt. Von diesen 2.500 sind etwas mehr als ein Fünftel (539 Personen oder 21%) Leser von elektronischen Büchern. Diese E-Book-User wurden dann vertieft zu ihrem Nutzungsverhalten interviewt.

Die Studie des BITKOM beinhaltet u.a. folgende interessante Aussagen:

In Deutschland gibt es kaum geschlechterspezifische Unterschiede beim Lesen von E-Books. Auch die altersspezifischen Unterschiede sind relativ gering ausgeprägt. Dies ist etwas überraschend, vor allem wenn man beachtet, dass die Nutzung von E-Books stark mit der Internetnutzung korreliert, die wiederum deutliche Altersunterschiede aufweist.
Als Grund für die Nichtnutzung wird von fast der Hälfte (48%) der E-Book-„Verweigerer“ die sinnliche Erfahrung bei der Verwendung, d.h. die Haptik von Papier genannt. Überraschend wird von fast genauso vielen Personen angegeben, dass die Kosten für ein E-Book-Reader sie vom Erwerb von E-Books abhalten würden. Bei den geringen Kosten für die Einstiegsmodelle ist dieses Argument nicht ganz nachzuvollziehen. Das BITKOM vermutet hier einen Mangel an Informationen. Man könnte umgekehrt auch sagen, dass die Hersteller diese Geräte wohl schlecht bewerben. 43% der Befragten nennen als einen Grund für die Nichtnutzung, dass sie einfach nicht gerne am Bildschirm lesen. Technische Hindernisse, wie komplexe Bedienung oder ein fehlender Internetzugang, spielen als Grund für die Nichtverwendung von E-Books nur für die Altersgruppe der über 65-Jährigen eine gewisse Rolle.
Was einen möglichen Umstieg in der Zukunft auf digitale Bücher angeht, …

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Studie: Anhaltender Qualitätsverlust der Medien

Wissenschaftler der Universität Zürich am Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft (FÖG) untersuchen seit 2010 jährlich die Qualität der Medien in der Schweiz. Untersuchungsschwerpunkte sind die vier Medienarten Presse, Radio, Fernsehen und Online. Die diesjährigen, aktuellen Studienresultate sind dabei in Bezug auf die vielbeschworene Medienqualität erneut ernüchternd ausgefallen. Kurz gesagt ist es mit der Qualität der Schweizer Medien seit längerer Zeit nicht sehr gut...

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Studie zum Informationsverhalten im Internet

Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) hat nach 2009 und 2011 die 3. Ausgabe ihrer Studie „Relevanz der Medien für die Meinungsbildung“ veröffentlicht. Durchgeführt wurde die repräsentative Umfrage von TNS Infratest im Frühjahr 2013, wobei mehr als 3.000 Personen zu ihren bevorzugten Informationsquellen befragt wurden. Dabei wurde festgestellt, dass vor allem jüngere Leute in Deutschland das soziale Netzwerk Facebook als ihre wichtigste Quelle bezeichnen, wenn es um die Meinungsbildung zu Zeitgeschehen, Politik, Wirtschaft und Kultur geht. Über alle Altersklassen hinweg sind aber (noch) die Suchmaschinen, und im besonderen Google, die erste Anlaufstelle im Internet, wenn es um die Suche nach Informationen geht.

Für die Untersuchung wurden die Medientypen Fernsehen, Radio, Internet, Tageszeitungen sowie Zeitschriften, Nachrichtenmagazine oder Wochenzeitungen berücksichtigt. Als Untersuchungsmethode wurde eine Telefonbefragung (Kombination aus Mobil- und Festnetz-Anschlüssen) eingesetzt.

Hier einige Auszüge aus dieser Studie:

Das Fernsehen als immer noch meistgenutzter Informationskanal hat im Vergleich zu 2009 (62,4%) und 2011 (73,9%) in der aktuellen Untersuchungsreihe mit 59,9% deutlich an Zuspruch verloren. Ebenfalls gegenüber den zwei vorherigen Erhebungen verloren hat die Tageszeitung (2009: 41,7%, 2011: 42,7%, 2013: 36,6%).
Demgegenüber haben Radio (2009: 47,3%, 2011: 53,2%, 2013: 49,9%) und Internet (2009: 19,2%, 2011: 25,8%, 2013: 24,7%) eher zugelegt. Ein konstanter positiver Trend ist aber auch bei diesen beiden Medien nur bedingt beobachtbar, weil im Vergleich zu 2011 auch bei diesen Medien ein Rückgang zu verzeichnen ist, aber gegenüber …

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Silver Surfer auf dem Vormarsch

Die sechste Ausgabe des Mediascope Bulletin mit dem Titel „Silver Surfers Closing the Digital Divide“ widmet sich dem Onlineverhalten der Generation 55+. Dazu wurden EU-weit 8.000 Interviews aus der IAB Europe Mediascope Studie mit Personen, die älter als 55 Jahre sind, ausgewertet. Insgesamt liefert der vorliegende Bericht Hinweise darauf, dass auch ältere Bürger in der EU ein zunehmendes Interesse an der Nutzung des Internets und der digitalen Medien haben.

Die Studie hat u.a. folgende Ergebnisse hervorgebracht:

36% der über 55-Jährigen gehen in der EU inzwischen ins Internet. Der Durchschnitt aller Bürger in der gesamten EU liegt bei 65%.
In absoluten Zahlen bedeutet dies, dass 74,3 Mio. EU-Bürger, die älter als 55 Jahre sind, inzwischen die Möglichkeiten des Internets nutzen.
Die Mediennutzung sieht bei der Generation 55+ folgendermaßen aus: 97% schauen Fernsehen (EU-Durchschnitt für alle EU-Bürger liegt bei 95%), 67% lesen Zeitung (EU-Durchschnitt 62%), 63% hören Radio (EU-Durchschnitt 64%) und 50% lesen Zeitschriften (EU-Durchschnitt 48%).
Betrachtet man die Dauer der Mediennutzung zeigt sich, dass die Altersgruppe der 55+ am häufigsten vor der Flimmerkiste sitzt mit 19,5 Stunden in der Woche (EU-Durchschnitt 16,8 Stunden pro Woche). Dahinter folgt Radio hören mit 14 Stunden pro Woche (EU-Schnitt 12,7 h/Woche) und dann bereits das Internet mit 10,4 Stunden pro Woche (EU-Schnitt 14,8 h/Woche). Klassischer Medienkonsum wie Zeitung und Zeitschriften lesen liegen hier mit 5,6 h/Woche respektive 4,4 h/Woche bereits deutlich hinter der Online-Nutzung.
Insgesamt hat sich damit die Online-Zeit seit 2004 um 39% erhöht, von 7,5 h/Woche (2004) auf 9,7 h/Woche im Jahr 2008 bis auf 10,1 h/Woche im Jahr 2012.
Die Online-Nutzung der Generation 55+ unterscheidet sich in einzelnen europäischen EU-Ländern teilweise deutlich von…

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Zukunftsstudie „Digitale Technologien“

Der Münchner Kreis, eine übernationale Vereinigung für Kommunikationsforschung, hat vor kurzem zum 5. Mal seine Zukunftsstudie zu den Nutzerbedürfnissen an die digitale Welt von übermorgen präsentiert. Im Mittelpunkt dieses Studienprojekts steht die Erforschung der Wünsche und Anforderungen an die kommende digitale Welt. Dazu wird der Ist-Zustand genauso analysiert wie die potenziellen Möglichkeiten der Informations- und Kommunikationstechnologien in den nächsten Jahren. Unterteilt wird die Studie in die vier Themenfelder Arbeit, Mobilität, Medien und Verwaltung. Insgesamt knapp 7.300 Personen aus Deutschland, Brasilien, China, Indien, Südkorea und den USA haben sich an dieser Online-Befragung im Zeitraum von Dezember 2012 bis Januar 2013 beteiligt.

Hier einige interessante Resultate und Erkenntnisse aus der knapp 300 Seiten umfassenden Studie:

In Deutschland werden pro Tag und Einwohner 225 Minuten vor dem Fernseher verbracht (Stand: 2011 / Quelle: Statista 2012).
31% der deutschen Bevölkerung nutzen inzwischen das soziale Netzwerk Facebook (Stand: Januar 2013 / Quelle: Social Bakers 2013).
58% der Deutschen besitzen ein Notebook oder Netbook, 50% haben ein Smartphone (+21% gegenüber Zukunftsstudie 2011) und 25% einen Tablet-Rechner (+18% gegenüber Zukunftsstudie 2011).
2013 nutzen 29% der Deutschen das mobile Internet sowohl privat als auch beruflich (+14% gegenüber der Zukunftsstudie 2011). 37% der deutschen Einwohner nutzen das mobile Internet ausschließlich privat (+4% gegenüber 2011) und 4% nutzen das mobile Internet nur aus beruflichen Gründen (+3% gegenüber 2011). 27% der Deutschen verwenden weder beruflich noch privat das mobile Internet. Dies ist gegenüber der Zukunftsstudie 2011 ein bedeutender Rückgang …

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Print ist tot, lange lebe Print!

Gedruckte Zeitungen und Magazine sind nach Meinung vieler Branchenkenner ein Auslaufmodell. Selbst viele Verlage sehen dies inzwischen genauso und stecken inzwischen mehr Energie in den peinlichen Kampf um das vermeintliche goldene Vlies namens Leistungsschutzrecht alias "Lex Google", anstatt ihre Inhalte qualitativ zu verbessern. Eine abweichende Meinung zu diesem Thema vertritt das Beratungsunternehmen Boston Consulting Group (BCG). Die Analysten von BCG vermuten die Print-Medien keineswegs...

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