Eine Studie von Brady D. Lund, Zoe Abbie Teel und weiteren Autor:innen in der Zeitschrift „Journal of Librarianship and Information Science“ untersucht, wie US-amerikanische Student:innen KI-Chatbots, Suchmaschinen und Bibliotheksressourcen für wissenschaftliche Recherchen nutzen. Die Ergebnisse zeigen, dass Google zwar die dominierende Informationsquelle bleibt, doch generative KI wird besonders von jüngeren und internationalen Student:innen zunehmend als ergänzendes Recherchewerkzeug...
Kategorie
Künstliche Intelligenz
Erfundene Quellen
Eine Studie von Maxim Topaz, Nir Roguin, Pallavi Gupta, Zhihong Zhang und Laura-Maria Peltonen, veröffentlicht in „The Lancet“, hat mehr als 4.000 erfundene Literaturangaben in biomedizinischen Fachartikeln identifiziert. Parallel berichtet die Columbia University School of Nursing über einen drastischen Anstieg solcher Fake-Zitate seit dem Aufkommen generativer KI. Die Ergebnisse werfen ein Schlaglicht auf ein Problem, das weit über einzelne Fehler in Literaturverzeichnissen hinausgeht und...
Warum die Debatte über KI-Texte zu kurz greift
Ein Beitrag von Tim Requarth in „Slate“ kritisiert die aktuelle Aufregung um KI-generierte Texte in Medien und Verlagen. Seine zentrale These lautet, die Debatte zu stark auf fertige Prosa, Detektionssoftware und öffentliche Verdächtigungen fixiert sei. Dadurch gerate aus dem Blick, dass Künstliche Intelligenz journalistische und publizistische Arbeit bereits beeinflussen kann, bevor überhaupt ein Satz geschrieben wird. Auslöser der Debatte sind mehrere prominente Fälle. Hachette zog...
Warum Bibliotheken im Zeitalter von KI wichtiger werden und mit einem Vertrauensparadox zu kämpfen haben
Das Editorial von Riley D. Lankes, Margo Gustina und R. David Lankes in „Public Library Quarterly“ kreist um eine Entwicklung, die auf den ersten Blick widersprüchlich wirkt. In den USA ist das Vertrauen in staatliche Institutionen seit Jahrzehnten rückläufig. Bibliotheken hingegen werden weiterhin als glaubwürdig, verlässlich und gemeinwohlorientiert wahrgenommen. Nach Ansicht der Autorinnen und Autoren verschärft generative KI diese Schieflage noch, weil sie nicht nur Informationsprozesse...
Erfundene Quellen – wie KI-Zitationen die Wissenschaft unter Druck setzen
Miryam Naddaf und Elizabeth Quill zeigen in „Nature“, dass halluzinierte Literaturangaben längst kein Randproblem mehr sind. Immer mehr wissenschaftliche Veröffentlichungen enthalten demnach Referenzen auf Arbeiten, die gar nicht existieren oder nur in verfälschter Form zitiert werden. Für die Forschung ist das mehr als ein redaktioneller Makel, denn fehlerhafte Quellen untergraben Nachvollziehbarkeit, Vertrauen und wissenschaftliche Integrität. Die Autorinnen beschreiben ein Problem, das mit...
Wie Forschende mit KI-gestützten Recherchetools arbeiten
Eine Studie von Dany Haddad und Kolleg:innen analysiert in „Understanding Usage and Engagement in AI-Powered Scientific Research Tools: The Asta Interaction Dataset“ auf der Preprint-Plattform „arXiv“, wie Forschende tatsächlich mit KI-gestützten Rechercheplattformen interagieren. Die Auswertung von mehr als 200.000 Interaktionen zeigt, dass Nutzer:innen KI-Systeme zunehmend als kollaborative Forschungspartner einsetzen, etwa zur Literaturrecherche, zum Entwurf von Texten oder zur...
Warum Bibliotheken bei KI, Lizenzen und Fair Use mitreden müssen
In „The Copyright Conversation“ von Hallie Rich, erschienen in der Zeitschrift „Library Journal“, diskutieren mehrere US-amerikanische Copyright-Expert:innen, wie stark Bibliotheken derzeit von Konflikten um Künstliche Intelligenz, Lizenzmodelle, Fair Use und digitale Zugangsrechte betroffen sind. Der Roundtable zeigt, dass Bibliotheken die künftige Ausgestaltung des Urheberrechts nicht nur beobachten, sondern aktiv mitprägen müssen. Die urheberrechtlichen Konflikte, mit denen...
Chatbots im Auskunftsdienst wissenschaftlicher Bibliotheken
In ihrem Beitrag „Chatbots for reference services in academic libraries: Applications and trends“ analysieren Guoying Liu und Shu Liu im „Journal of Academic Librarianship“ die weltweite Verbreitung, Leistungsfähigkeit und Transparenz von Bibliotheks-Chatbots. Die Studie zeigt deutliche Unterschiede in der Implementierung, der semantischen Qualität und der ethischen Offenlegung und liefert damit eine belastbare Grundlage für strategische Entscheidungen in wissenschaftlichen Bibliotheken. ...
Wenn die KI die Nachrichten auswählt, verändert sich die öffentliche Wahrnehmung
Immer mehr Menschen beziehen Nachrichten nicht mehr direkt aus journalistischen Medien, sondern über KI-basierte Systeme. Chatbots, Sprachassistenten und Suchmaschinen fassen Inhalte zusammen, priorisieren Themen und formulieren Antworten. Damit verschiebt sich die Rolle klassischer Gatekeeper. Nicht mehr Redaktionen allein entscheiden, welche Informationen sichtbar werden, sondern zunehmend große Sprachmodelle, die Inhalte auswählen, gewichten und präsentieren. Diese Entwicklung verändert,...
AI Librarian in Japan
In einem Beitrag von Kazuko Hamada in der Zeitung „The Mainichi“ wird gezeigt, wie japanische Bibliotheken mit KI-gestützten Auskunftssystemen experimentieren. Erste Praxistests mit einer sogenannten AI Librarian sollen die Recherche vereinfachen und Bibliothekar:innen entlasten. Öffentliche Bibliotheken in Japan testen derzeit neue Formen der KI-gestützten Interaktion. In der Nakanohigashi Library im Tokioter Bezirk Nakano konnten Besucher:innen im Herbst 2025 erstmals mit „Shiori...


