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Geisteswissenschaften haben bei der Veröffentlichung von Forschungsdaten Aufholbedarf

Datum: 24. Juni 2023
Autor: Erwin König
Kategorien: Kurz notiert

Die Digitalisierung in Verbindung mit neuen Kommunikationstechnologien erlaubt es heute, große Mengen an Daten auf einfache Weise mit anderen zu teilen. In der Privatwirtschaft wird bei Daten häufig vom „Öl des 21. Jahrhunderts“ gesprochen. Dieser Vergleich ist zwar unzutreffend, da Daten praktisch unendlich und natürliche Rohstoffe wie Öl nur begrenzt verfügbar sind, aber er verdeutlicht die enorme Bedeutung des „Rohstoffs Daten“. Laut einer aktuellen Untersuchung wollen Unternehmen Daten zwar gerne nutzen, aber nicht unbedingt mit anderen teilen. In Deutschland wollen laut einer kürzlich veröffentlichten Untersuchung des deutschen Digital-Verbands Bitkom nur 4 von 10 Unternehmen Daten von anderen nutzen oder eigene Daten weitergeben. Wenn private Unternehmen Daten weitergeben, so geschieht dies am häufigsten deshalb, weil sie davon unternehmerisch profitieren, also einen Vorteil dadurch erhalten. Auch im wissenschaftlichen Bereich verspricht man sich Vorteile durch einen Austausch von (Forschungs-)Daten. Während in der Privatwirtschaft in erster Linie der wirtschaftliche Erfolg im Vordergrund steht, sieht dies im wissenschaftlichen Bereich anders aus. Der Datenaustausch erhält hier – auch angetrieben durch Bewegungen wie Open Science und Open Access – eine immer größere Bedeutung. Die Vorteile eines freien Zugangs zu Forschungsdaten im wissenschaftlichen Bereich sind u. a. eine erhöhte Nachnutzbarkeit, Sichtbarkeit, Transparenz, Zeitersparnis, Effizienz oder auch die Replizierbarkeit und Reproduzierbarkeit von Forschungen. Je nach Fachdisziplin variiert die Häufigkeit eines offenen Datenaustauschs erheblich. Die Geisteswissenschaften zählen zu den Gebieten, wo bislang eher selten Forschungsdaten mit anderen geteilt werden. In einer jüngst veröffentlichten Kurzstudie1 des Beratungsunternehmens Ithaka S+R wird u. a. erforscht, welche Gründe dafür ausschlaggebend sind, dass Daten in diesem Fachgebiet bislang eher selten frei zugänglich gemacht werden. Daneben wird untersucht, ob sich an dieser Situation aktuell etwas verändert, es also auch in den Geisteswissenschaften einen Trend zu einem offeneren Umgang mit Forschungsarbeiten und -daten gibt. In dem Bericht wird zudem verdeutlicht, wie allgemein ein besserer Umgang mit Daten aussehen könnte.

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