Fragwürdiger Einsatz von Tracking-Methoden in der Wissenschaftskommunikation
Datum: 23. Januar 2022
Autor: Erwin König
Kategorien: Fachartikel

Die Wissenschaft steht schon seit längerer Zeit vor einem Paradigmenwechsel. Ein Kennzeichen – neben Trends wie Open Science, Open Access und diversen Digitalisierungsstrategien – ist die zunehmende Ausrichtung des wissenschaftlichen Publikationswesen auf den Aufbau von Plattformen mit digitalen Inhalten, d. h. Online-Angebote wie Websites. Wie bei kommerziellen, nicht-wissenschaftlichen Online-Angeboten auch, kann auf diesen Plattformen das Verhalten der Nutzerinnen und Nutzer mittels diverser Tracking-Methoden genau nachverfolgt werden. Und auf diesen Plattformen kann sogenannte persuasive technology (dt. Überzeugende Technologie) zum Einsatz kommen. Es handelt sich hierbei um interaktive Technologien, die darauf abzielen Meinungen und Verhalten von Menschen zu verändern. Mithilfe solcher Methoden sollen die User dazu gebracht werden, die Plattformen länger und häufiger zu besuchen und zu nutzen, also auch regelmäßig wiederzukehren. Auch für wissenschaftliche Autorinnen und Autoren entstehen durch solche Plattformen Anreize, mehr zu veröffentlichen und sich für die Verbreitung von wissenschaftlichen und/oder wissenschaftsbezogenen Inhalten einzusetzen. Solche Plattformen können möglicherweise auch dabei helfen, Open Science noch stärker zu fördern, da sie entsprechende Anreize schaffen. Schließlich mangelt es bei Open Science bisher u. a. an den nötigen Anreizsystemen. Die Nutzung von Tracking-Methoden und persuasiven Technologien ist aber ein zweischneidiges Schwert, denn sie hat sowohl positive als auch – je nach Art des Einsatzes – negative Effekte. Mit der nachfolgend vorgestellten Arbeit1 soll untersucht werden, ob, zu welchem Zweck und in welcher Form auf Websites, die der wissenschaftlichen Kommunikation dienen, Tracking eingesetzt wird.

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