Digital Natives in der Bibliothekswelt
Datum: 12. Januar 2014
Autor: Erwin König
Kategorien: Fachartikel



Eine neue Generation von wissenschaftlichen Bibliothekaren macht sich auf den Weg, um einen Arbeitsplatz in Informationseinrichtungen zu finden. Von dieser als „Millennials“ (deutsch „Jahrtausender“) bezeichneten Generation – d.h. sie wurden zwischen 1982 und 2001 geborenen – haben inzwischen einige Jahrgänge nun ein Alter erreicht, wo sie zumindest Informations- und Bibliothekswesen studieren oder bereits als professionelle Informationsspezialisten arbeiten können. Viele Fachleute erwarten, dass diese neue Generation an Informationsspezialisten in der Lage sein wird, die klassischen Bibliotheksdienste zu revolutionieren. Allgemein wird den Digital Natives nämlich eine große Technikaffinität zugesprochen, da sie mit all dieser neuen Informations- und Kommunikationstechnologie aufgewachsen sind. Der folgende Beitrag untersucht, ob dies tatsächlich der Fall ist, oder ob es sich hier mehr um so eine Art unbewiesenen Mythos handelt.
Nicht wenige jüngere wissenschaftliche Bibliothekare sind zumindest selbst der Meinung, dass sie aufgrund ihres technologischen Wissens flexibler und durchsetzungsfähiger sind als ihre älteren Kollegen. Sie verweigern sich auch dem traditionellen Bücher-Elfenbeinturm mit seinen vielen bekannten Bibliotheksklischees. Vielmehr wollen sie Bibliotheken in technologiegestützte Orte verwandeln, die die Bedürfnisse heutiger Studenten besser erfüllen können. Oder anders ausgedrückt: Sie wollen ein neues Bibliothekswesen definieren.

Die bestehende Fachliteratur zu den Jahrtausendern konzentriert sich aber mehrheitlich auf die Nutzung von Technologie in ihrem Alltag. Beispiel hierfür ist der tägliche Austausch mit Freunden und Familienangehörigen über soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter. Sie kommunizieren aber nicht nur mit Technologie, sondern hören auch Musik, lesen Bücher oder machen Fotos. Technologie ist für sie ein ständiger Begleiter und praktisch immer verfügbar. Im Unterschied zu früheren Generationen erfahren und nutzen sie Technologie nicht nur passiv, sondern vielmehr wird Technologie aktiv genutzt und ist Teil ihres Lebensstils geworden. Sie sind auch der Überzeugung, dass …

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