Manifest für einen digitalen Wandel in Forschungsbibliotheken
Datum: 2. Juli 2020
Autor: Erwin König
Kategorien: Trends

Forschungsbibliotheken sind schon seit Langem darauf fokussiert sich dem digitalen Wandel anzupassen, ihn umzusetzen und voranzutreiben. Vor zwanzig Jahren waren Print-Zeitschriften und Zettelkataloge noch weitverbreitet. Heute werden Wissenschaftsmagazine von den Benutzern überwiegend in elektronischer Form abgerufen und gelesen. Gleichzeitig ermöglichen die neuen Discovery-Systeme die Suche und den Abruf von Inhalten unter Umgehung der Bibliothekskataloge. Und die Zukunft macht auch hier nicht halt. Es wäre keine Überraschung, wenn in zwanzig Jahren der abonnementfinanzierte Zeitschriften-Zugang eher die Ausnahme wäre (Stichwörter: Open Science, Open Access). Und selbst die heute noch für Bibliotheken zentralen Bibliothekskataloge könnten weitgehend ihre Bedeutung verlieren, vielleicht gar nicht mehr als eigenständige Angebote existieren. Wissenschaft und Forschung suchen schließlich schon seit geraumer Zeit nach neuen Arbeitsabläufen und Plattformen, die den Wissensaustausch vereinfachen und beschleunigen. Um sich auf diese Entwicklungen vorzubereiten, brauchen nicht nur Forschungsbibliotheken ein Reformprogramm für das kommende Jahrzehnt. Am 18. Mai 2020 die Vereinigung der britischen Forschungsbibliotheken RLUK (Research Libraries UK) im Rahmen eines Webinars mit über 450 Delegierten deshalb ein Manifest für den digitalen Wandel in Forschungsbibliotheken vorgestellt. Das Manifest ist das Ergebnis der einjährigen Arbeit von Mitgliedern der RLUK-Arbeitsgruppe für den digitalen Wandel, es bietet eine Vision für die Forschungsbibliothek der Zukunft. Das Manifest gibt einen Überblick darüber, wie diese Vision durch den digitalen Wandel gestaltet werden könnte und zeigt auch konkrete Schritte für deren Umsetzung auf.

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