Informationsüberlastung wird zu einem gesellschaftlichen Problem
Datum: 28. Dezember 2021
Autor: Erwin König
Kategorien: Kurz notiert

Informationsüberlastung – englisch: Information Overload – wird in der bibliotheks- und informationswissenschaftlichen Fachliteratur schon seit Jahren intensiv und häufig diskutiert. Es handelt sich also um ein Phänomen, das auch unter Zuhilfenahme neuer Technologien nicht einfach verschwinden wird, ganz im Gegenteil. COVID-19 ist der Beweis, dass viele Menschen nur schlecht mit großen Mengen an Informationen umgehen können. Dies führt nicht nur zum Glauben an Verschwörungstheorien, sondern es kann auch gesundheitliche Probleme nach sich ziehen. Neben falscher Selbstmedikation zur Vorbeugung oder Behandlung vermeintlicher Krankheiten wird auch immer häufiger eine mentale Belastung durch die Informationsüberflutung beobachtet. Einem kürzlich erschienenen Artikel1 in der Zeitschrift Psychology Today zufolge kann die Informationsflut negative Gefühle wie Angst, Ohnmacht oder Überforderung hervorrufen. Ebenso kann Information Overload eine psychische und geistige Ermüdung auslösen, was Entscheidungsschwierigkeiten oder übereilte, schlechte Entscheidungen zur Folge haben kann. Laut dem Verfasser dieser Arbeit wird unser Gehirn durch den Versuch, zu viele Daten und Informationen zu verarbeiten, buchstäblich überlastet. Verschlimmert wird diese Problematik durch das sogenannte Multitasking, eine Fähigkeit, die auf dem heutigen Arbeitsmarkt sehr gesucht ist. Multitasking führt zu einer erhöhten Ausschüttung des Stresshormons Cortisol und des Hormons Adrenalin. Information Overload ist also wesentlich mehr als nur ein Marketing-Begriff, um neue Such- und Datenbanklösungen verkaufen zu können; es stellt eine erhebliche gesundheitliche Belastung für unsere Gesellschaft dar.

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