zum Inhalt springen

Digital Services Act: bürokratisches Monstrum oder notwendiges digitales Grundgesetz?

Datum: 26. Juli 2022
Autor: Erwin König
Kategorien: Kurz notiert

In den letzten Wochen und Monaten ist in der medialen Berichterstattung ein wenig untergegangen, dass die Europäische Union (EU) relativ große Fortschritte bei der Entwicklung des neuen Digital Services Act (DSA – dt. Gesetz über digitale Dienste)1 gemacht hat. Am 5. Juli 2022 ist das beschlossene Gesetzespaket, bestehend aus Digital Services Act (DSA) und Digital Markets Act (DMA – dt. Gesetz über digitale Märkte)2, im EU-Parlament mit großer Mehrheit verabschiedet worden. In Kraft treten diese Verordnungen wahrscheinlich Anfang 2023, spätestens am 1. Januar 2024. Mit dem Gesetz über digitale Dienste sollen bestehende Fehlentwicklungen des Internets korrigiert werden. Mit diesem Internetregulierungsgesetz der EU sollen zahlreiche problematische Bereiche des Internets rechtlich geregelt werden. Dazu zählen neue Regeln zu Cookie-Bannern und Onlinewerbung, die Verpflichtung von Plattformbetreibern Inhalte-Filter einzusetzen und vieles mehr. Der DMA zielt dagegen auf die bestehenden Marktverwerfungen, denn speziell die großen Tech-Konzerne aus den USA, Google/Alphabet, Facebook/Meta, Microsoft, Apple und Amazon, beherrschen das Internet in einer Weise, die es gerade kleineren Unternehmen praktisch unmöglich macht, langfristig wirtschaftlich zu bestehen. Während es sich beim DSA für die einen schon heute um ein bürokratisches Monstrum („EU-Regulierungswut“) handelt, sehen andere darin notwendige neue Regelungen oder sogar so etwas ein notwendiges digitales Grundgesetz. Nachfolgend werden einige Aspekte von DSA und DMA vorgestellt und diskutiert.

...

Um den Artikel in voller Länge lesen zu können, benötigen Sie ein Abo. Jetzt Abo abschließen oder mit bestehendem Konto anmelden!

Mehr zum Thema:

Wenn Lesen zur Pose wird

Auf TikTok und Instagram ist das Buch längst mehr als ein Medium zum Lesen. Es ist zum Accessoire geworden, zum Symbol für Intellekt und Stil. In ihrem Beitrag für „The Independent“ beschreibt Olivia Petter, wie das sogenannte „performative reading“ das Verhältnis zum...

Bibliotheken öffnen ihre Archive für das KI-Zeitalter

Die Harvard University und große Öffentliche Bibliotheken in den USA stellen derzeit historische Buchbestände für die Entwicklung Künstlicher Intelligenz zur Verfügung. Fast eine Million Werke aus sechs Jahrhunderten, von koreanischen Handschriften aus dem 15....

Fortbildung in Bibliotheken

In vielen Bibliotheken gehören Fortbildungsprogramme noch immer lediglich zum Pflichtprogramm. Sie dienen häufig der Zertifizierung, der Qualifizierung oder dem Nachweis kontinuierlicher Kompetenzentwicklung. Was dabei oft zu kurz kommt, sind die individuellen...

Wenn wir Bücher entwerten, entwerten wir die Zukunft

Seit Jahrzehnten wird der Buchbranche ihr Untergang vorhergesagt: Die Menschen läsen nicht mehr, heißt es. Doch trotz Fernsehen, Internet und Social Media lesen sie weiterhin. Was sich jedoch verändert hat, ist der gesellschaftliche Wert, den wir dem Lesen und der...