Warum wissenschaftliche Zeitschriften zu teuer sind

Ausgabe 2-2017

Die Abonnementskosten für wissenschaftliche Zeitschriften sind in den letzten Jahren, oder präziser in den letzten zwei Jahrzehnten, deutlich und kontinuierlich angestiegen. Für die meisten wissenschaftlichen Bibliotheken dürften digitale und gedruckte Zeitschriften-Abos inzwischen der mit Abstand größte Ausgabenposten in ihrem Etat sein. Neben dieser Preisexplosion für Wissenschaftsmagazine leiden Informationseinrichtungen auch unter den im Zuge der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise allgemein knapper gewordenen Finanzmitteln. Um diese Haushaltslöcher zu stopfen und ohne an den Informations- und Dienstleistungsangeboten zu sparen, wird verstärkt der Rückgriff auf alternative Modelle gesucht, wie besonders Open Access, um dieser Kostenfalle zu entfliehen. Übersehen wird bei dieser Thematik, dass der Preisanstieg bei den kommerziellen Zeitschriften praktisch parallel zur Erfolgsgeschichte des Internets bzw. World Wide Webs erfolgt ist. Man könnte dies als reinen Zufall abtun, aber das Erstaunliche an dieser Beobachtung ist, dass das Internet ansonsten ausschließlich zu einer dramatischen Reduzierung der Kosten bei der Informationsverbreitung geführt hat. Wieso hat das Internet diese kostensenkende Wirkung nicht auch auf wissenschaftliche Journale gehabt? Eine Antwort auf diese Frage hat der Ökonom Mancur Olson mit seinem bereits 1965 erschienen Buch „Die Logik des kollektiven Handelns“ längst vorgelegt.



Die Abonnementskosten für wissenschaftliche Zeitschriften sind in den letzten Jahren, oder präziser in den letzten zwei Jahrzehnten, deutlich und kontinuierlich angestiegen. Für die meisten wissenschaftlichen Bibliotheken dürften digitale und gedruckte Zeitschriften-Abos inzwischen der mit Abstand größte Ausgabenposten in ihrem Etat sein. Neben dieser Preisexplosion für Wissenschaftsmagazine leiden Informationseinrichtungen auch unter den im Zuge der weltweiten […]

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