Kontinuierliches strategisches Management für Forschungsbibliotheken gefordert

Das World Wide Web (WWW) als der wichtigste Dienst des Internets ist bekanntlich direkt aus der Arbeit der Forschungs- und Hochschulgemeinschaft (Stichwörter: CERN, Tim Berners-Lee) hervorgegangen. Genauso hat das Internet, das in den 1970er Jahren zuerst militärisch erforscht wurde, seine Wurzeln in der akademischen Welt. Der Siegeszug des WWW und des Internets hat die Welt bis zum heutigen Tag nachhaltig verändert. Und ohne Frage haben Forschungsbibliotheken hierzu einen wichtigen Beitrag geleistet. Aber nicht nur die Anfänge von Internet und WWW sind durch die Arbeit von Forschungsbibliotheken begünstigt und unterstützt worden. Auch die weitere Entwicklung des Internets ist in den letzten dreißig Jahren durch strategische Investitionen von Forschungsbibliotheken in Partnerschaft mit ihren Trägereinrichtungen und anderen Organisationen weiter vorangetrieben worden. Die „Früchte“ dieser Arbeit konnte man in den letzten Wochen und Monaten sehen. Sie hat Universitäten und andere Forschungs- und Bildungseinrichtungen erst in die Lage versetzt, ihre Lehr- und Forschungsaufgaben auch während der aktuellen Corona-Pandemie zumindest teilweise aufrechtzuerhalten. Außerdem haben sich Forschungsbibliotheken auf der ganzen Welt zusammengeschlossen, um eine massive und beispiellose internationale Notfall-Forschungsarbeit zur Bekämpfung von COVID-19 zu ermöglichen. Um den Umfang und die Tragweite dieser Investitionen in vollem Umfang abschätzen zu können, reicht die Überlegung, welche Auswirkungen die Pandemie gehabt hätte, wenn sie bereits 1990 aufgetreten wäre. Es ist nicht unrealistisch anzunehmen, dass diese nicht nur für die Hochschulen wesentlich tiefgreifender gewesen wären, als sie heute zu verspüren sind. Ebenso wäre die gesamte Weltwirtschaft durch dieses Virus noch wesentlich härter getroffen worden, mit den entsprechenden sozialen Folgen. Es ist also nicht übertrieben zu sagen: Ohne diese Investitionen durch Bibliotheken in die Erforschung von Informations- und Kommunikationstechnologien, wäre die Welt bedeutend schlechter durch diese Krise gekommen. Die Association of Research Libraries (ARL) und die Coalition for Networked Information (CNI) haben nun ein kurzes gemeinsames Thesenpapier veröffentlicht, in dem sie fordern, bestimmte strategische Investitionen der Forschungsbibliotheken kontinuierlich weiter aufrechtzuerhalten. Nur so ist es gewährleistet, auch in Zukunft bestmöglich auf solche nicht absehbare disruptive Ereignisse vorbereitet zu sein. Wir stellen nachfolgend dieses sechs Punkte umfassende Strategieprogramm kurz vor, das nicht nur für Forschungsbibliotheken, sondern wohl allgemein für alle Wissenschaftlichen Bibliotheken von Interesse ist.



Das World Wide Web (WWW) als der wichtigste Dienst des Internets ist bekanntlich direkt aus der Arbeit der Forschungs- und Hochschulgemeinschaft (Stichwörter: CERN, Tim Berners-Lee) hervorgegangen. Genauso hat das Internet, das in den 1970er Jahren zuerst militärisch erforscht wurde, seine Wurzeln in der akademischen Welt. Der Siegeszug des WWW und des Internets hat die Welt […]

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