Wandeln sich Bibliotheken zu MOOC-iotheken?
Datum: 4. Oktober 2013
Autor: Erwin König
Kategorien: Fachartikel



Während freie und offene Onlinekurse auf Hochschulniveau im Internet in den USA bereits eine große Akzeptanz erfahren haben – inklusive einer großen medialen Publizität -, sieht es mit der „Bildung für alle“ in Deutschland noch etwas mau aus. Allerdings nimmt dieses Thema auch in Deutschland immer mehr Tempo auf. Massive Open Online Courses (MOOCs) ist auf jeden Fall eines der aktuell am meisten diskutierten Themen im Bildungswesen sowie auch in der Bibliotheks- und Informationswelt. Viele Informationsfachleute sehen darin eine einzigartige Möglichkeit für Bibliotheken, ein neues Aufgabengebiet zu belegen. Für andere ist es nur ein weiteres Modethema, bei dem Informationseinrichtungen maximal eine Nischenrolle einnehmen können. Der vorliegende Beitrag bündelt neue Fachliteratur sowie die persönlichen Erfahrungen der Autorin zu diesem Thema. Grundsätzlich werden die Beziehungen zwischen wissenschaftlichen Bibliotheken und MOOCs näher analysiert sowie die typischen Merkmale von MOOCs vorgestellt.
Die Autorin, eine Bibliothekarin, war dem Thema „MOOCs“ zuerst eher skeptisch eingestellt, bis sie sich aus Neugierde entschlossen hat einen Kurs bei Coursera, einem der wichtigsten Anbieter von MOOC-Kursen, zu absolvieren. Inzwischen hat sie in diesem einem Jahr zwei Coursera-Kurs erfolgreich abgeschlossen und sich noch für weitere angemeldet. Sie teilt damit offenbar die Begeisterung vieler andere für diese neue Form des Online-Lernens.

Welche Bedeutung hat aber die Entstehung von MOOCs für wissenschaftliche Bibliotheken? Dies ist relativ einfach zu beantworten. Wenn MOOCs die akademische Bildung verwandeln, wird dies unzweifelhaft auch einen Einfluss auf die Art haben, wie Bibliotheken arbeiten und welche Rolle sie für das Lernen einnehmen. Aus Sicht des „Zugangs“ scheinen moderne wissenschaftliche Bibliotheken und MOOCs aber eher auf gegenüberliegenden Seiten zu stehen. MOOCs streben danach, Bildung und dazu gehörende Studienmaterialien kostenlos anzubieten. Dagegen sind Bibliotheken rechtlich durch Lizenzverträge an Informationsanbieter gebunden, um sicherzustellen, dass nur berechtige Benutzer (Dozenten, Mitarbeiter, eingeschriebene Studenten etc.) Zugriff auf die abonnierten und teuren elektronischen Zeitschriften und Online-Datenbanken haben. Wenn man diesen Hintergrund beachtet, ist es dann überhaupt realistisch zu …

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