zum Inhalt springen

Kategorie

digitale Gesellschaft

Nicht ohne mein Mobiltelefon

In der letzten Ausgabe dieses Newsletters wurde eine britische Studie zitiert, die die Abhängigkeit der Nutzer von ihren Mobiltelefonen untersucht hat. Eine ähnliche Studie gibt es nun auch speziell für Deutschland. Die Stiftung Internetforschung hat im Auftrag der Ergo-Versicherung untersucht, wie die deutsche Bevölkerung mit der teilweise dauernden Erreichbarkeit durch Mobiltelefone umgeht, sowie ob und welche negativen Auswirkungen dabei auftreten. Für diese repräsentative Studie wurden im November 2012 3.001 erwachsene Personen in Deutschland befragt, die über einen Internetzugang verfügen sowie Besitzer und Nutzer von Mobiltelefonen sind.

Hier ein Auszug aus den Studienergebnissen:

Mehr als ein Drittel der Umfrageteilnehmer nehmen praktisch den gesamten Tag, d.h. zwischen 21 und 24 Stunden, beruflich oder privat begründete Telefonate an. Die Altersgruppe der 40 bis 49-Jährigen (39%) sowie die Gruppe der 18- bis 29-Jährigen (38,5%) scheinen – freiwillig oder gezwungenermaßen – besonders stark unter dem Phänomen “Ich bin dauernd erreichbar” zu leiden. Bei dieser Nutzergruppe der Rund-um-die-Uhr-Erreichbaren fällt auch eine gewisse Geschlechterkluft auf. Frauen sind zu 39,2% ständig erreichbar, im Vergleich zu 32,9% bei den Männern. Bei den Dauer-Erreichbaren ist ebenfalls auffällig, dass mit höherem Bildungsabschluss diese Erreichbarkeitsdrang abnimmt (Volks-/Hauptschule 40,3%, Mittlere Reife/Realschule 35,9%, Abitur/Hochschulreife 31,0%). Wobei dies aber nur für die Gruppe mit 21 bis 24-Stunden Erreichbarkeit gilt. In der Usergruppe mit einer Nutzungsdauer von 13 bis 16 Stunden pro Tag ist diese Reihenfolge genau umgekehrt.
Die Mehrheit (60,8%) der befragten Personen erhalten zwischen 1 und 5 Anrufe pro Tag. Interessant ist, dass in dieser Gruppe die 70+-Alterskategorie mit 69,4% den größten Anteil hat. Die Gruppe mit den meisten erhaltenen Anrufen, d.h. mehr als 21 pro Tag, machen immerhin einen Anteil von 5,3% aus. Den größten Anteil haben hier die 40- bis 49-Jährigen, d.h. hier scheint es, wie bei der Frage nach der Dauer der Erreichbarkeit, auch berufliche Gründe zu geben, die für diese Nutzungshäufigkeit verantwortlich ist.
Bei der Frage nach der Anzahl der beruflich oder privat empfangenen E-Mails sagt die Mehrheit (51,3%), dass sie täglich zwischen 1 und 5 E-Mails erhalten. 21 und mehr E-Mails erhalten 9,1% der Antwortenden. Vergleicht man die Zahlen für E-Mails mit den Telefonanrufen, fällt auf, dass die Anzahl der E-Mails in etwa der Anzahl den erhaltenen Anrufen entspricht. Von einer E-Mail-Flut kann somit kaum gesprochen werden. Eigentlich hätte erwartet werden können, dass die Anzahl E-Mails deutlich höher ist als …

mehr lesen

Goportis-Konferenz 2013

[schema type="event" evtype="EducationEvent" url="http://www.goportis.de" name="Goportis Konferenz 2013 " description="Leibnizhaus - Leibniz University Hannover" sdate="2013-03-18" stime="11:15 am" edate="2013-03-19" street="Holzmarkt 4-6" pobox="30159" city="Hannover" country="DE" ]Am 18. und 19. März 2013 findet in Hannover die internationale Goportis Konferenz 2013 statt. Goportis ist der Verbund der drei zentralen Fachbibliotheken (TIB, ZBW und ZB MED) und widmet sich der...

mehr lesen

Deutschland wird mobiler

Die Internetnutzung hat in Deutschland inzwischen gewisse Sättigungsgrenzen erreicht. Die Userzahlen nehmen nur mehr sehr langsam zu. So konnte in der letzten Ausgabe des (N)ONLINER Atlas 2012 gegenüber dem Vorjahr lediglich eine Zunahme von 74,7% auf 75,6% festgestellt werden. Umso wichtiger erscheint daher für die zukünftige Entwicklung der digitalen Gesellschaft, wie die Verbreitung von mobilen Endgeräten und mobilem Internet in Deutschland voranschreitet. Die im Sommer 2012 vorgelegte (N)Onliner Atlas hatte befürchten lassen, dass sich auch diese Entwicklung – im Gegensatz zu vielen anderen Ländern, wie etwa in den USA – eher stagnierend darstellt. Die Initiative D21 hat in einer neuen Studie diese Befürchtungen vorerst zerstreut. Sowohl bei der Anzahl der mobilen Endgeräte als auch bei der Nutzung des mobilen Internets lässt sich für Deutschland in den letzten Monaten ein deutlicher Wachstumsschub beobachten. Gleichzeitig ist auch eine Verschiebung beim Kauf von einfachen Handys zu “intelligenten” Smartphones und Tablets zu beobachten.

Die mobile Internetnutzung ist aus verschiedenen Gründen für die Reputation des Standorts Deutschland von ganz entscheidender Bedeutung. An erster Stelle erlauben schnelle, mobile Breitbandverbindungen, auf verhältnismäßige einfache und kostengünstige Weise auch ländliche Gebiete mit schnellen Internetverbindungen zu versorgen. Das Stadt-Land-Gefälle ist gerade in Deutschland vielleicht eines der drängendsten Infrastrukturprobleme, um die weitere Abwanderung aus ländlichen Gebieten zu stoppen und den digitalen Graben zu überwinden. Zudem erhöht das mobile Wachstum allgemein die Bedeutung des Wirtschaftsstandorts Deutschland für inländische als auch ausländische Unternehmen.

Für diese Studie wurden von der Initiative D21 und dem chinesischen Smartphone-Hersteller Huawei Technologies 1.005 telefonische Befragungen mit deutschen Bürgern durchgeführt, die älter als 14 Jahre alt sind. Hier ein Auszug aus den Studienresultaten:

Mobile Endgeräte in Form von Smartphones und Tablets haben gegenüber dem Vorjahr deutlich zugelegt. Inzwischen besitzen 37% (2012: 24%) der Deutschen ein Smartphone und 13% (2012: 5%) einen Tablet-Rechner. Gleichzeitig ist die Verbreitung von einfachen Mobiletelefonen (Handys) von 78% (2012) auf 68% (2013) zurückgegangen.
Kurz gesagt legen die Deutschen vermehrt Wert auf die vielfältigen Möglichkeiten, die die neue Generation von Mobiltelefonen in Form von Smartphones bieten, gegenüber dem begrenzten Funktionsumfang einfacher Handys. Dies lässt sich auch an der deutlichen Zunahme der mobilen Internetznutzung ablesen. Gegenüber dem Vorjahr (2012: 27%) sind nun schon 40% der Deutschen mobil im Internet unterwegs. Nimmt man nur die Gruppe der Internetnutzer, steigt die mobile Internetnutzung sogar auf 53%.
Gleichfalls rückläufig ist der Besitz von…

mehr lesen

Digitale Gesellschaft 2011

Die Initiative D21 hat die 3. Ausgabe ihrer seit 2009 jährlich erscheinenden Studie zur Digitalen Gesellschaft vorlegt. Diese Untersuchung beinhaltet eine umfassende Analyse zur Lage der deutschen Informationsgesellschaft. Themenschwerpunkt der 2011er-Studie ist die Abbildung der Entwicklung der digitalen deutschen Gesellschaft anhand des Vergleichs von sechs charakteristischen Nutzertypen. Diese typischen Usergruppen wurden mittels statistischer Verfahren anhand ihrer Verteilung innerhalb der deutschen Bevölkerung identifiziert.
Untersucht wurde dann, in wie weit sich diese Gruppen bezüglich ihres digitalen Potenzials, ihrer Einstellungen und ihrer Nutzungsgewohnheiten unterscheiden. Mit der Informationskompetenz der deutschen Internetuser sieht es im Allgemeinen allerdings nicht gerade berauschend aus. Gegenüber dem Vorjahr stagniert in diesem wichtigen Bereich die Entwicklung. So haben 62% aller Deutschen immer noch Schwierigkeiten im Umgang mit den digitalen Medien. Hoffnung auf Besserung verspricht primär die rasante Entwicklung und Verbreitung des mobilen Internets, das bei allen Nutzertypen eine Rolle spielt.

Die Studie wurde von dem Marktforschungsinstitut TNS Infratest durchgeführt und basiert auf 1.000 Interviews mit repräsentativ ausgewählten Personen in Deutschland, die einen Festnetz-Telefonanschluss besitzen und älter als 13 Jahre alt sind.

Insgesamt werden die Nutzertypen anhand von sechs Säulen der digitalen Gesellschaft bestimmt. Die Dimension „Digitales Potenzial“ basiert auf den drei Säulen Infrastruktur, Kompetenz und Wissen. Die 2. Dimension, „Einstellungen und Nutzung“, besteht wiederum aus den drei Säulen Nutzungsintensität, Nutzungsvielfalt, und Einstellungen.
Nachfolgend die sechs gefundenen typischen Nutzergruppen und ihre spezifischen Merkmale:

Digitale Außenseiter…

mehr lesen
bit-online Coverbild Ausgabe 1/2026
Coverbild Buch Smart Libraries - Konzepte, Methoden & Strategien