Smarte Städte benötigen Smarte Bibliotheken
Datum: 18. Dezember 2019
Autor: Erwin König
Kategorien: Fachartikel

Ohne Frage sind die meisten Bibliotheken ein Teil dessen, was man gemeinhin den öffentlichen Raum nennt. Sie sind aber auch vielfältige Dienstleistungseinrichtungen und Wissenszentren und leisten damit einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft. So bieten sie u. a. Zugang zu Informationen, helfen die Informationskompetenz zu fördern und erfüllen diverse kulturelle Funktionen. Jahrhunderte lang hatten sich die Funktionen und Aufgaben von Bibliotheken kaum verändert, was auch heute noch für das eine oder andere Klischee verantwortlich ist. Selbst im 21. Jahrhundert wird das Bild der verstaubten Bücherhallen immer noch gerne und häufig in Film und Literatur bemüht. Dabei hat die Gegenwart die Vergangenheit längst überholt. Bibliotheken sind heute moderne digitale Dienstleister, die wesentlich mehr als nur Printbücher verwalten. Auslöser dieses tiefgreifenden Wandels der Bibliotheken war vor allem der Siegeszug der Technologie in Form von Computern und dem Internet. Also alles, was unter den Sammelbegriff Digitalisierung fällt. Schon 1931 hat der indische Mathematiker und Bibliothekar S. R. Ranganathan erkannt, dass sich Bibliotheken verändern müssen. In seinem fünften Gesetz der Bibliothekswissenschaften formulierte er, die Bibliothek sei „ein wachsender Organismus". Wenn Städte sich zukünftig zu Smart Cities wandeln, sind Bibliotheken gefordert, sich analog zu Smart Libraries weiterzuentwickeln. Bibliotheken betreten mit dem Konzept der Smarten Bibliothek nüchtern betrachtet eigentlich nur ihre nächste Entwicklungsstufe. Diese Stufe bietet allerdings noch teilweise unbekannte und fantastische neuen Möglichkeiten, um das Konzept der Bibliothek ins 21. Jahrhundert zu führen. In diesem Beitrag wird anhand einer umfangreichen Literaturanalyse untersucht, was eine Smarte Bibliothek überhaupt ist, und mit welchen Technologien Bibliotheken zu intelligenten Einrichtungen werden können.

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