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Ein dezentrales Fundament für Open Science: Warum Forschungsdaten neue Infrastrukturen brauchen

Datum: 18. November 2025
Autor: Erwin König
Kategorien: Praxis

Der kontinuierliche und verlässliche offene Zugang (Open Access) zu kuratierten biologischen Daten ist zentral für wissenschaftlichen Fortschritt und Reproduzierbarkeit. Doch das heute dominierende, stark zentralisierte Infrastruktursystem birgt erhebliche Risiken: Es ist anfällig für technische Ausfälle, Cyberangriffe, politische Unsicherheiten und Finanzierungsprobleme. Ein solcher Ausfall kann die Forschung weltweit lähmen und die Integrität wertvoller Daten gefährden. Angesichts zunehmender Datenmengen und globaler Instabilität muss dieses Modell neu bewertet werden, wie der Aufsatz „A decentralized future for the open-science databases“ zeigt. Dezentralisierte und föderierte Ansätze, etwa nach dem Vorbild von ELIXIR, CODATA oder der Global Biodata Coalition, könnten die Resilienz, Fairness und Nachhaltigkeit wissenschaftlicher Dateninfrastrukturen stärken. Ziel ist eine global verteilte, wirtschaftlich tragfähige und institutionell stabile Struktur, die Forschungsdaten als öffentliches Gut langfristig sichert und zugänglich hält. 

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