Das „Recht auf Vergessen(werden)“ greift nicht immer
Datum: 28. Dezember 2020
Autor: Erwin König
Kategorien: Kurz notiert

Der großen Beliebtheit von Suchmaschinen ist es bekanntlich zu verdanken, dass wir inzwischen ein sogenanntes „Recht auf Vergessenwerden“ haben. Am 6. November 2019 wurde dieses Recht durch das Bundesverfassungsgericht auch auf Online- und Pressearchive ausgeweitet. Im Prinzip soll damit sichergestellt werden, dass nach einer bestimmten Zeit bestimmte digitale Informationen mit Personenbezug nicht mehr abrufbar sind. So sollen beispielsweise zeitlich lange zurückliegende Presseartikel, die Personen in einem für sie schlechten Licht darstellen, nicht ewig in den Trefferlisten von Suchmaschinen oder in Online-Archiven auffindbar sein. Allerdings geschieht das nicht automatisch, sondern die Betroffenen müssen selbst einen entsprechenden Antrag auf Entfernen stellen. In einem aktuellen neuen Urteil des Bundesverfassungsgerichts wurde aber nun festgehalten, dass das Recht auf Vergessenwerden Grenzen hat und nicht immer und überall anzuwenden ist. Demzufolge sind unveränderte Archive wichtiger als der sogenannte „digitale Radiergummi“.

...

Um den Artikel in voller Länge lesen zu können, benötigen Sie ein Abo. Jetzt Abo abschließen oder mit bestehendem Konto anmelden!

Mehr zum Thema:

Demokratie in Gefahr: Passen soziale Medien und Demokratie zusammen?

Mit dem Erfolg von sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter und Co. zeigen sich immer häufiger auch hässliche Nebeneffekte dieser Plattformen. Ursprünglich geschaffen, um Menschen virtuell eine einfache und schnelle Möglichkeit zu geben, sich global miteinander...

Informationsüberlastung wird zu einem gesellschaftlichen Problem

Informationsüberlastung – englisch: Information Overload – wird in der bibliotheks- und informationswissenschaftlichen Fachliteratur schon seit Jahren intensiv und häufig diskutiert. Es handelt sich also um ein Phänomen, das auch unter Zuhilfenahme neuer Technologien...

Akzeptanz von E-Paper steigt

Deutschland ist ein Land, wo das Lesen auf Papier eine hohe Präferenz genießt. Dies gilt nicht nur für Bücher, sondern auch für Zeitschriften und Zeitungen. Während sich E-Books trotz eines Corona „Boosters“ weiterhin schwertun, weist eine aktuelle Studie des...