zum Inhalt springen

Das „Recht auf Vergessen(werden)“ greift nicht immer

Datum: 28. Dezember 2020
Autor: Erwin König
Kategorien: Kurz notiert

Der großen Beliebtheit von Suchmaschinen ist es bekanntlich zu verdanken, dass wir inzwischen ein sogenanntes „Recht auf Vergessenwerden“ haben. Am 6. November 2019 wurde dieses Recht durch das Bundesverfassungsgericht auch auf Online- und Pressearchive ausgeweitet. Im Prinzip soll damit sichergestellt werden, dass nach einer bestimmten Zeit bestimmte digitale Informationen mit Personenbezug nicht mehr abrufbar sind. So sollen beispielsweise zeitlich lange zurückliegende Presseartikel, die Personen in einem für sie schlechten Licht darstellen, nicht ewig in den Trefferlisten von Suchmaschinen oder in Online-Archiven auffindbar sein. Allerdings geschieht das nicht automatisch, sondern die Betroffenen müssen selbst einen entsprechenden Antrag auf Entfernen stellen. In einem aktuellen neuen Urteil des Bundesverfassungsgerichts wurde aber nun festgehalten, dass das Recht auf Vergessenwerden Grenzen hat und nicht immer und überall anzuwenden ist. Demzufolge sind unveränderte Archive wichtiger als der sogenannte „digitale Radiergummi“.

...

Um den Artikel in voller Länge lesen zu können, benötigen Sie ein Abo. Jetzt Abo abschließen oder mit bestehendem Konto anmelden!

Mehr zum Thema:

Was ChatGPT und Ghostwriting über Autorschaft verraten

Emily Hodgson Anderson zeigt in „The Conversation“, dass die aktuelle Aufregung um ChatGPT und akademisches oder professionelles Schreiben auf eine ältere Debatte zurückführt. Der Streit um KI-gestützte Schreibassistenz ist demnach kein völlig neues Problem, sondern...

Warum E-Books in US-Schulen zur Kostenfrage werden

Shannon Maughan beschreibt in „Publishers Weekly“ einen Markt, der für Schulbibliotheken immer schwieriger kalkulierbar wird. E-Books und Hörbücher gehören inzwischen fest zur Medienversorgung vieler Schulen, doch gleichzeitig schrumpfen Budgets, Lizenzmodelle werden...

Bibliotheken als Räume für Wohlbefinden im Gesundheitswesen

Bibliotheken können im Gesundheitswesen eine wichtige Rolle für das Wohlbefinden von Mitarbeitenden spielen. Ein Beitrag von Paula Y beschreibt auf der Plattform „Medium“, wie NHS-Bibliotheken im Vereinigten Königreich gezielt ruhige Lern- und Aufenthaltsräume...

Das Ende eines Formats: Der Niedergang des Massenmarkt-Paperbacks

Der klassische Massenmarkt-Taschenbuchroman verschwindet zunehmend aus dem US-Buchhandel. Wie David Smith im „Guardian“ berichtet, stellen wichtige Distributoren die Verbreitung des günstigen Formats ein. Damit endet ein Kapitel der Buchgeschichte, das Lesen über...