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Corona-Virus legt Ineffizienzen des Wissenschaftsbetriebs offen

Datum: 27. März 2020
Autor: Erwin König
Kategorien: Kurz notiert

Während diese Zeilen geschrieben werden, ist nicht absehbar, welche Auswirkungen die Epidemie des Coronavirus (COVID-19) haben wird, und in welche Richtung(en) sie sich entwickeln wird. Schon jetzt fallen zahlreiche Veranstaltungen, wie die Leipziger Buchmesse, diesem Virus zum Opfer. Allerdings werden durch diese Erkrankung auch einige unangenehme Realitäten des bestehenden Wissenschaftssystems offenbar. Zumindest wirft ein kritischer Kommentar auf dem Blog der London School of Economics and Politics dem bestehenden Wissenschaftssystem vor, nicht in erster Linie der Wissenschaft und der Gesellschaft zu dienen. Vielmehr werde durch diese Krise erkennbar, wie nachteilig das bestehende geschlossene System sei. Es verhindere mehr oder weniger, dass notwendige Informationen allen an der Entwicklung eines Impfstoffes beteiligten Wissenschaftlern zugänglich gemacht werden. Situationen wie die aktuelle sollten immer als Chance verstanden werden, lange bestehende Systemfehler zu beseitigen. Die Finanzkrise 2008 beispielsweise wurde genutzt, um Fehlentwicklungen im Bankensystem anzugehen. Auch wenn in einigen Ländern versucht wird, diese Bestrebungen wieder umzukehren, haben sich diese Maßnahmen zumindest auf dem Papier („Stresstests“) bisher als erfolgreich erwiesen.

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