Öffentliche Bibliotheken in Großbritannien unter Druck

Ausgabe 06/2013



Seit die neue britische Koalitionsregierung aus den konservativen Tories und Liberaldemokraten unter Premierminister David Cameron im Mai 2010 das Ruder übernommen hat, wurden und werden zahlreiche Budgetstreichungen vorgenommen. Unter diesen Einsparungen leiden nicht zuletzt die öffentlichen Bibliotheken in Großbritannien. Die größte britische Gewerkschaft UNISON hat hierzu eine bedenkliche Studie publiziert. So sind allein in den Jahren 2011 und 2012 201 Bibliotheksserviceeinrichtungen (stationäre und mobile Bibliotheken) geschlossen worden. Von 2012 bis 2013 sind weitere 92 solcher bibliothekarischen Einrichtungen den öffentlichen Sparmaßnahmen zum Opfer gefallen. Und es scheint keine Ende in Sicht. Weitere 280 Bibliothekseinrichtungen sind seit April 2013 von der Schließung bedroht oder bereits geschlossen worden.

UNISON hat für die Untersuchung der Auswirkungen dieser Sparmaßnahmen auf Bibliotheken und ihre Mitarbeiter knapp 2.000 Bibliothekare befragt. Nachfolgend einige Aussagen aus dieser Studie:

Die Bibliotheksmitarbeiter arbeiten heute in Großbritannien härter als jemals zuvor, um ihre Dienstleistungen weiterhin am Laufen zu halten. So geben 79% der Umfrageteilnehmer an, dass sie derzeit mehr arbeiten müssen, um die bestehenden Dienstleistungen auf dem alten Niveau aufrecht zu erhalten. Gleichzeitig haben 57% angegeben, dass es schon vor den Budgetkürzungen durch die Regierung Cameron nicht möglich war, die bestehenden Dienste im gewünschten Umfang aufrecht zu erhalten.
Dies hat auch Auswirkungen auf die psychische Verfassung der Bibliotheksmitarbeiter. So gibt jeder 4. Bibliothekar an, dass er/sie die meiste Zeit der Arbeit unter Stress stehe. Dies kann kaum überraschen, wenn man beachtet, dass 60% der befragten britischen Bibliotheksmitarbeiter ihre Vollzeitbeschäftigung verloren haben und 54% eine Reduzierung ihrer Teilzeitbeschäftigung hinnehmen mussten.
Inzwischen haben ein Drittel der Bibliotheken ihre Öffnungszeiten reduzieren müssen. Zudem haben ebenfalls ein Drittel der Bibliotheken begonnen, für bestimmte Dienstleistungen Geld zu verlangen, die sie früher kostenlos anbieten konnten. Eine weitere Maßnahme besteht darin, bestimmte Angebote einzuschränken, wie z.B. die Nutzung des Internets und von Computern.
So ist es nicht verwunderlich, dass 40% der …

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