Wissensmanagement und Informationsmanagement: Zwei Seiten einer Medaille?
Datum: 3. August 2020
Autor: Erwin König
Kategorien: Fachartikel

Wissensmanagement (WM) und Informationsmanagement (IM) sind heute zwei nicht nur in einem unternehmerischen Umfeld verbreitete und bekannte Managementkonzepte. Tatsächlich werden diese zwei Konzepte/Begriffe häufig sogar als Synonyme verwendet, und das nicht nur von Laien, sondern auch von Fachleuten. Zu erklären ist dieses Durcheinander auch damit, dass es weder für „Wissen“ noch für „Information“ allgemein verbindliche und akzeptierte Definitionen gibt. So streiten Informationsspezialisten und Wissensmanager schon seit langem über die Bedeutung von explizitem und implizitem Wissen oder über den Unterschied zwischen Informationen und Daten. Es handelt sich hier um eines der klassischen Probleme der Informationswissenschaft. Die Frage ist: Spielt es überhaupt eine Rolle, wenn wir für IM und WM eine nicht exakte Wortwahl verwenden? Effektiv hat die Art, wie wir über Wissensmanagement und Informationsmanagement sprechen, einen direkten Einfluss darauf, wie wir diese zwei Konzepte praktizieren. In gewissen Situationen hat die Verwechslung von WM und IM sogar ernsthafte negative Folgen für deren Verständnis und Anwendungen in der Praxis. Die Lösung könnte in einer zukünftig engeren Entwicklung der beiden Disziplinen liegen. Hierfür müssten die Praktiker zuerst anerkennen, dass WM und IM zwei verschiedene, sich aber ergänzende Ansätze darstellen. In diesem Beitrag versuchen wir etwas Ordnung in das herrschende Begriffs-Chaos von WM und IM zu bringen, indem wir die Ursprünge, die Entwicklung und den aktuellen Stand der beiden Fachgebiete vorstellen.

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