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Offene Forschungsdaten führen zu mehr Zitierungen

Datum: 14. März 2021
Autor: Erwin König
Kategorien: Fachartikel

Um die Transparenz in der Wissenschaft, d. h. die Überprüfbarkeit und die Reproduzierbarkeit von Arbeiten und deren Ergebnissen zu fördern, verlangen immer mehr Zeitschriften von den Autoren und Autorinnen, dass sie neben ihrem Artikel umgehend auch ihre Originaldatensätze und Analyseverfahren für andere Interessierte aus der Wissenschaft und der Öffentlichkeit veröffentlichen und freigeben. Eine mögliche Frage, die sich aus einer zunehmenden Anzahl von veröffentlichten Forschungsdaten ergibt, betrifft den Einfluss solcher Daten auf den Impact-Faktor von Zeitschriften. In diesem Beitrag wird eine der ersten empirischen Studien zu diesem Thema vorgestellt. Den Ausgangspunkt bildet die Ende 2016 von der wissenschaftlichen Zeitschrift China Industrial Economics (CIE) erlassene Richtlinie für Autoren und Autorinnen, ihre Forschungsdaten zu veröffentlichen. Es ist das erste Mal, dass eine chinesische Fachzeitschrift sich dem Prinzip der offenen Forschungsdaten verpflichtet hat. Dazu werden die Daten von insgesamt 37 chinesischen Wirtschaftszeitschriften aus den Jahren von 2001 bis 2019 analysiert, um die Auswirkungen offener Forschungsdaten abzuschätzen. Die Ergebnisse zeigen, dass Zeitschriftenartikel, deren Forschungsdaten veröffentlicht wurden, deutlich häufiger zitiert wurden als Artikel, deren Daten nicht publiziert wurden. Die Artikel aus der Zeitschrift CIE, die seitdem veröffentlicht wurden, werden bis zu vier Mal häufiger zitiert. Dieser Effekt lässt sich sogar bei früher veröffentlichten Artikeln dieser Zeitschrift beobachten, die vor der „offiziellen“ Umstellung auf Open Data entstanden sind. Die Autoren der Studie leiten daraus die Forderung ab, dass Zeitschriften verpflichtende offene Forschungsdaten nutzen können, um ihre Reputation zu verbessern und ihre wissenschaftliche Wirkung zu verstärken.

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