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Internet ist wichtiger Teil der deutschen Gesamtwirtschaft

Datum: 3. August 2012
Autor: Erwin König
Kategorien: Kurz notiert

Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) hat eine Übersicht mit Daten und Fakten zur Wirtschaftsleistung der deutschen Online-Branche herausgegeben. Das Internet ist nicht nur für einen Großteil der deutschen Haushalte zum unverzichtbaren Informations- und Kommunikationskanal geworden, sondern auch für die deutschen Unternehmen. Dank Internettechnologie können heute Geschäftsprozesse wesentlich effizienter und kostengünstiger gestaltet werden als früher. Zudem sind in den letzten Jahren völlig neue Produkte und Dienstleistungen entstanden. Damit ist die Internetwirtschaft zu einem zentralen Pfeiler der deutschen Gesamtwirtschaft geworden. Die vorliegende Publikation weist mit Kennzahlen nach, wie wichtig die digitale Branche inzwischen für Deutschland geworden ist.

Der BVDW definiert die digitale Wirtschaft dabei als einen Mix von Unternehmen und Branchen aus "Old" und "New Economy", die für ihre Geschäftsprozesse und/oder Transaktionen Internettechnologien einsetzen. Der BVDW unterscheidet grundsätzlich drei Kernsektoren der digitalen Wirtschaft. Es sind dies:

  • Service Access, d.h. alle mobilen oder stationären Zugangsdienste rund um das Internet
  • Applikationen und Services, darunter fallen z.B. Dienste wie IT-Outsourcing, Cloud Computing, Webhosting und viele weitere
  • End-User-Interaktionen, dazu zählen u.a. E-Commerce-Aktivitäten zwischen Unternehmen und Unternehmen (B2B), E-Commerce-Aktivitäten zwischen Unternehmen und Konsumenten (B2C) und Aktivitäten mit Webinhalten wie Medien-Downloads oder Online-Publishing.

Folgende Kennzahlen und Fakten für die digitale Wirtschaft in Deutschland hat der BVDW publiziert:

  • Im Jahr 2010 haben sich die Gesamtumsätze der digitalen Wirtschaft in Deutschland auf 101,9 Mrd. Euro belaufen. Für 2011 werden 110,1 Mrd. Euro und für 2012 Umsätze in Höhe von 120,2 Mrd. Euro prognostiziert. Damit beträgt das Umsatzwachstum der digitalen Wirtschaft 2012 8,93%. 2010 wurde ein Umsatzwachstum von 13,58% erreicht und für 2011 ergibt sich eines von 8,09%.
  • Aufgeschlüsselt auf die drei Kernsektoren sind die End-User-Interaktionen am umsatzträchtigsten (2010: 42,6 Mrd. €, 2012: geschätzte 54,2 Mrd. €). Dahinter folgt der Sektor "Applikationen und Services" (Umsätze 2010: 31,6 Mrd. €, 2012: geschätzte 36,6 Mrd. €) sowie der Sektor "Service Access" (Umsätze 2010: 27,7 Mrd. €, prognostiziert 2012: 29,4 Mrd. €).
  • Die digitale Wirtschaft generiert nicht nur hohe Umsätze, sondern ist auch für den deutschen Arbeitsmarkt eine wichtige Stütze. 2011 sind 364.000 Personen in der digitalen Wirtschaft beschäftigt und 2012 soll die Beschäftigtenzahl bereits bei 390.000 liegen. In Prozent ausgedrückt bedeutet dies ein Beschäftigungswachstum von 7,9% (2011) und 7,3% (2012). 2010 gab es sogar ein Beschäftigungswachstum von 12,1%.
  • Die Jobs in der digitalen Wirtschaft sind aber oftmals an eine hohe Qualifikation der Arbeitskräfte geknüpft, so dass bereits 59% der Unternehmen aus diesem Bereich von einem Fachkräftemangel sprechen.
  • Je mehr und je öfter die Deutschen online sind, umso mehr nehmen auch die Online-Werbeumsätze zu. 2011 hat der Anteil der Online-Medien an den gesamten Brutto-Werbeausgaben bereits knapp ein Fünftel (19,6%) betragen.

Die vorliegende Publikation des BVDW belegt eindrücklich, welchen Wert die digitale Wirtschaft inzwischen für die deutsche Gesamtwirtschaft besitzt. Angetrieben wird sie durch ständige neue Technologien sowie die sich schnell wandelnden Mediennutzungsgewohnheiten der Bevölkerung. Sie gehört zu den innovativsten Branchen der deutschen Wirtschaft. Ein weiterer Entwicklungsschub wird durch das bereits in den Startblöcken stehende Web 3.0, das semantische Web, erwartet sowie auch durch das Web 4.0, das mit dem Begriff der künstlichen Intelligenz verbunden ist. Dies deutet an, dass die digitale Wirtschaft in den nächsten Jahren und Jahrzehnten noch wesentlich wichtiger und die Digitalisierung unserer Gesellschaft weiter voranschreiten wird. Bedenklich ist aber der offensichtliche Fachkräftemangel in diesem Sektor. Im Hinblick auf die rückläufige demographische Entwicklung Deutschlands sind das für die internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands keine guten Voraussetzungen.

Quelle:
Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. (Hrsg.): "Trends der Digitalen Wirtschaft: Daten und Fakten aus der BVDW-Studiensammlung im Überblick"; online abrufbar als PDF-Datei unter http://www.bvdw.org/mybvdw/media/download/bvdw-trends-digitale-wirtschaft.pdf?file=2315

Schlagworte: 06-2012 | BVDW | wirtschaft

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