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Ethische Verantwortung im Umgang mit biomedizinischen Archiven

Datum: 18. November 2025
Autor: Erwin König
Kategorien: Fachartikel

Im Essay „The Digital Opaque: Refusing the Biomedical Object“ im Open-Access-Journal „In the Library with the Lead Pipe“ untersuchen Sean Purcell, Kalani Craig und Michelle Dalmau die extraktiven Praktiken der biomedizinischen Forschung und deren Folgen für Bibliothekar:innen, Archivar:innen und Wissensarbeiter:innen. Die Autor:innen plädieren dafür, die Herkunft und ethische Belastung von Materialien in medizinischen Sammlungen kritisch zu hinterfragen und die sogenannte Refusal, also die bewusste Verweigerung der wissenschaftlichen Nutzung sensibler oder unrechtmäßig gewonnener Materialien, als ethische Praxis zu verstehen. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Konzept der Opazität. Der Begriff, ursprünglich von Édouard Glissant geprägt, beschreibt das bewusste Zulassen von Undurchsichtigkeit als Akt des Respekts gegenüber Personen und Gemeinschaften, deren Wissen oder Körper nicht ohne Zustimmung offengelegt werden dürfen. Opazität bedeutet, auf die totale Transparenz wissenschaftlicher Erkenntnis zu verzichten, um Würde und Schutz zu wahren. 

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