Technologie in Informationseinrichtungen: gestern, heute und morgen
Datum: 4. Mai 2017
Autor: Erwin König
Kategorien: Fachartikel

Das Idealbild aus dem 17. oder 18. Jahrhundert von einem freundlichen und sachkundigen Bibliothekar, der nicht nur seine Sammlung kennt, sondern auch seine Benutzer und deren Lesegewohnheiten, ist selbst heute noch in den Köpfen von vielen Benutzern tief verankert. Der damalige Bibliothekar hat zu dieser Zeit als eine Art menschliche Vermittlungsstelle – Dank seines guten Gedächtnisses und umfassenden historischen Kenntnissen – zwischen den Bibliotheksbeständen und den Lesern agiert. Das Problem mit einem menschlichen Bibliothekar als Dienstleister in dieser Form ist, dass mit zunehmenden Beständen und einer größeren Anzahl von Benutzern diese Lösung schnell an ihre Grenzen gelangt. In einem technischen Jargon würde man sagen der Informationsspezialist ist schlecht skalierbar. Und es gibt ein noch größeres Problem, nämlich der menschliche Bibliothekar ist anfällig für einen Totalausfall, d.h. er kann z.B. seine Arbeitsstelle kündigen, sterben oder vergesslich werden. Unter Berücksichtigung dieser Zusammenhänge, ist es nicht verwunderlich, dass Bibliotheken die Errungenschaften des technologischen Fortschritts in den letzten Jahrzehnten schnell in ihren Einrichtungen adaptiert haben, sprich Informationsspezialisten sind oftmals Vorreiter bei Automatisierungstechniken, neuen Softwareprodukten oder Internettechnologien. In diesem Beitrag wird ein Rück- als auch ein Ausblick auf die für Informationseinrichtungen maßgeblichen technologischen Entwicklungen und Veränderungen im Laufe der Jahrzehnte geworfen. Die auf den persönlichen Erfahrungen des Autors beruhenden Erkenntnisse, legen den Schluss nahe, dass Informationsspezialisten bei der Nutzung von Informationstechnologien nicht selten eher kurzsichtig agieren. Dies beeinträchtigt aber eine optimalere Nutzung von Technologie in Informationseinrichtungen.

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