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06-2013

Informationskompetenz am Arbeitsplatz

Für Information Professionals in Unternehmen gehört heute die Vermittlung von Informationskompetenz an die eigenen Mitarbeiter zu einer ihrer zentralen Aufgaben. Schließlich hat sich im Laufe der letzten 10 Jahren nach und nach die Selbstversorgung der Wissensarbeiter mit Informationen praktisch flächendeckend in den Unternehmen durchgesetzt. Die Mitarbeiter haben heute Zugriff auf eine große Bandbreite von Informationsquellen und Recherchewerkzeugen, die früher ausschließlich nur Informationsspezialisten, wie Dokumentaren und Bibliothekaren, vorbehalten waren. Die Informationsversorgung der Mitarbeiter erfolgt heute also größtenteils dezentral und selbstgesteuert und nicht mehr zentral über die Informationsabteilung einer Organisation. Informationskompetenz kann dabei aus der Sicht des Einzelnen („individual asset“) als auch aus Sicht der gesamten Organisation („corporate asset“) betrachtet werden. Was konkret Informationskompetenz in Unternehmen bedeutet, versucht dieser Beitrag zu klären. Zudem wird untersucht, welche Auswirkungen Informationskompetenz auf die Produktivität eines Unternehmens hat.
In den letzten Jahren hat der ständige Kostensenkungsdruck in vielen Organisationen dazu geführt, dass auch die Budgets der Informationsvermittlungsstellen immer stärker gekürzt wurden. Allerdings sind diese Probleme teilweise auch selbst verschuldet. Nicht wenige Informationsabteilungen haben es in den letzten Jahren schlicht versäumt, sich rechtzeitig auf diesen Wandel einzustellen. Gerade die heutige Zeit mit ihrer immer größer werdenden Flut an Informationen bietet aber den Information Professionals die Chance, ihre Fähigkeiten für den Unternehmenserfolg einzubringen. Eine zentrale Rolle kommt dabei der Informationskompetenz zu. Die Informationskompetenz stellt für die in wissensintensiven Branchen tätigen westeuropäischen Firmen praktisch die einzige Möglichkeit dar, um gegen die billiger produzierenden Konkurrenzunternehmen aus aufstrebenden Wirtschaftsnationen wie China, Südkorea und Indien bestehen zu können. Bekanntlich hat nur dasjenige Unternehmen Erfolg, das am schnellsten, effektivsten und kostengünstigsten die benötigten Informationen beschaffen und zu Wissen verarbeiten kann.

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Unternehmen also folglich dafür sorgen, dass ihre Wissensarbeiter mit entsprechender Hardware (Informationstechnologie), Software und Soft Skills (Informationsmanagement) sowie mit dem nötigen Verständnis für die effiziente und produktive Nutzung von Informationsquellen ausgestattet sind. Viele Firmen erwarten daher bzw. setzen voraus, dass sich ihre Mitarbeiter/Wissensarbeiter weitgehend selbstständig zum Informationsexperten fortbilden, oder zumindest in der Lage sind, sich mit den vorhandenen Technologien die benötigten Informationen für ihre Arbeit eigenständig zu beschaffen. Grundsätzlich sollte hier aber …

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Leistungs- und Wirkungsmessung mittels Logical Model

Informationseinrichtungen haben bekanntlich große Schwierigkeiten, ihre eigene Wirkung und ihren Wert zu bestimmen. Dies ist aber entscheidend, um den diversen Anspruchsgruppen die Relevanz dieser Arbeit plausibel und nachvollziehbar vermitteln zu können. Eine Möglichkeit, dies zu tun, bietet das sogenannte Logical Model an. Dieses kann bei der Evaluierung der Wirkungs- und Leistungsmessung einer Bibliothek helfen, um zielgruppenspezifische Kennzahlen zu erhalten.

Das Evaluationsinstrument „Logisches Modell“ geht auf die Arbeiten von verschiedenen US-amerikanischen Evaluationstheoretikern in den 1960er, 1970er und 1980er-Jahren zurück.

Das Logical Model umfasst dabei folgende hierarchischen Ebenen

Inputs: Beinhaltet die benötigten Einsatzfaktoren, um ein Programm oder Dienst zu erstellen, wie Personal, Geld oder Zeit.
Outputs: Ist das Resultat des Leistungsprozesses, ausgedrückt z.B. in der Anzahl der Publikationen oder der Anzahl an angebotenen Schulungen.
Outcomes: ist der direkte Nutzen für die verschiedenen Zielgruppen, z.B. ein größerer Grad an Zufriedenheit mit einem Informationsangebot oder Veränderungen der vorhandenen Kenntnisse.
Impacts: ist der längerfristige Effekt, der über die Zielgruppen hinausgeht, z.B. gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen für die Region oder Kommune, in der die Bibliothek ihren Standort hat
Das Logische Modell basiert dabei auf dem „wenn/dann-Prinzip“, d.h. wenn wir dieses Programm oder jenen Dienst anbieten, dann hat dies eine spezifische Wirkung bzw. wird ein bestimmter Wert erzielt.

Weiterhin muss man sich noch den Unterschied zwischen Benutzer und Stakeholder vor Augen führen, um zielgruppenspezifische Messungen vornehmen zu können. Ein Stakeholder oder ein Entscheidungsträger ist …

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Mitarbeitertrends in Informationseinrichtungen

2009 hat Daniel Greenstein, zu dieser Zeit stellvertretender Hochschulleiter der Universität von Kalifornien, an der Ithaka-Konferenz für nachhaltige Wissenschaft die Aufmerksamkeit der dortigen Tagungsteilnehmer mit einigen provokanten Aussagen gewonnen. Er hat darin die Bibliothek der Zukunft als eine nur spärlich mit Mitarbeitern ausgestattete, stark dezentralisierte Einrichtung beschrieben, die zudem nur mehr über einen ausgewählten, kleinen physischen Bestand von gedruckten Materialien in Form von Spezialsammlungen sowie Fachgebieten verfügt. Für die Verantwortlichen von wissenschaftlichen Institutionen ergibt sich daraus die Aufforderung, diesen dramatischen Veränderungen Rechnung zu tragen, indem sie die Bibliothek – bezogen auf den dortigen Mitarbeiterstab – entsprechend umstrukturieren. Laut Greenstein sollte diese Umgestaltung und Umverteilung der Arbeitsplätze und Aufgaben in einer Bibliothek nicht nur als eine einfache Übung in Best Practice-Maßnahmen verstanden werden. Vielmehr seien sie tiefgreifend und unumgänglich, um die Bibliothek als Herzstück einer wissenschaftlichen Organisation bewahren zu können. Stoßen diese Aussagen von Greenstein bei seinen Berufskollegen auf Zuspruch, müssen sich Bibliothekare ernsthafte Sorgen um ihre berufliche Zukunft machen. Anhand einer Auswertung der aktuellen Fachliteratur und eigenen Beobachtungen hat der Autor insgesamt 6 Trends und 3 Bedenken herausgearbeitet, die zukünftig die Mitarbeiterentwicklung in wissenschaftlichen Bibliotheken bestimmen werden.
In den letzten 30 Jahren hat sich die Welt der Informationsspezialisten in einem bisher nicht gekannten Tempo verändert. Viele dieser Neuerungen und Veränderungen wurden von Bibliotheken auch aufgegriffen und für ihre Zwecke angepasst. Dieser Wandel hat sich durch den 2007 begonnenen wirtschaftlichen Abschwung sowie die zunehmende Digitalisierung unseres Lebens noch weiter beschleunigt. Mit den schwindenden Finanzmitteln und den Veränderungen bei den Kernaufgaben der Bibliothek müssen Bibliotheken auch Umgestaltungen an ihrer Organisation und die Stellenbesetzung vornehmen.

Welche Änderungen dies im Bereich des Personals sein könnten, wird anhand von aktuellen Beobachtungen in diversen Universitätsbibliotheken sowie aus der Fachliteratur abgeleitet. Die hier aufgeführten sechs Trends werden in der Reihenfolge ihres vermuteten Eintreffens von relativ sicher bis sehr spekulativ aufgelistet:

1. Trend: Es zeichnet sich ein Wandel bei dem Front-Auskunftsdienst ab. Hier werden in Zukunft anstelle von bibliothekarischen Fachkräften immer öfter Aushilfskräfte und Studenten tätig sein.

2. Trend: Der zweite Trend betrifft klassische Bibliotheksaufgaben wie Erwerbung, Katalogisierung, Zeitschriftenverwaltung, elektronische Informationsquellen und andere technische Dienstleistungen. Diese Arbeiten könnten in der Zukunft …

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Editorial 06-2013

Zeit für die Sommerpause: Drei Negativtrends stellen wir Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, in der aktuellen Ausgabe der Library Essentials vor: Den Mitarbeitertrend in Informationseinrichtungen, das Auslaufmodell „wissenschaftliche Zeitschrift“ und das Auslaufmodell der Öffentlichen Bibliotheken in Großbritannien. Doch der Reihe nach: Es gibt selten konkrete Aussagen über die Personalentwicklung in Informationseinrichtungen und Bibliotheken. Zwar ist generell die Rede von neuen...

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