Aktuelle Trends zur Informationskompetenz
Datum: 17. November 2019
Autor: Erwin König
Kategorien: Trends

Informationskompetenz ist eines der zentralen Themen nicht nur für Informationsspezialisten, sondern für die heutigen Digitalgesellschaften allgemein. Sich rasend ausweitende Phänomene wie Fake News belegen, dass dringend mehr zu diesem Thema geforscht werden muss. Dass Falschinformationen und Verschwörungstheorien sich in den letzten Jahren so schnell durchsetzen und verbreiten konnten, liegt zu einem großen Teil an der fehlenden oder mangelhaften Informationskompetenz auf Seiten vieler Menschen. Zudem sind durch Algorithmen bereitgestellte Informationen für die Nutzer kaum zu durchschauen. Das an der Universität Hildesheim angesiedelte Projekt Informationskompetenz und Demokratie (IDE) hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Probleme stärker zu untersuchen und bewusst zu machen. In einem aktuell publizierten Positionspapier werden Entwicklungen und Trends in Fragen Informationskompetenz (IK) und Informationskompetenzvermittlung aufgezeigt. Informationskompetenz bedeutet heute viel mehr als etwa „nur“ eine falsche Amazon-Rezension zu erkennen oder mit einer Suchmaschine besser nach Informationen suchen zu können. Das Internet konnte in den letzten Jahren nur deshalb mit Informationsmüll vollgestopft werden, weil viele Menschen aufgrund fehlender Informationskompetenz solche fragwürdigen Inhalte nicht erkennen konnten. Durch das millionenfache Anklicken und Weiterverbreiten von falschen oder fehlerhaften Informationen steigt der Anreiz für die Urheber solcher Beiträge, noch mehr Unsinn zu verbreiten. Je mehr aber die im Internet enthaltenen Inhalte falsch oder unzuverlässig sind, desto schneller dreht sich dieser Teufelskreis. Ist aber eine Bevölkerung breitgestreut nicht informationskompetent, ist auch der gesellschaftliche Zusammenhalt gefährdet. Daraus resultiert, was wir heute in vielen Ländern dieser Welt beobachten können: gespaltenen Gesellschaften. Es geht hierbei nicht darum, auf der „richtigen“ politische Seite zu stehen. Wenn aber offensichtliche falsche Fakten als wahr und richtig empfunden werden, ist ein politischer Diskurs schwer zu führen.

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