Fraunhofer-Studie zur digitalen Langzeitarchivierung

Ausgabe 5/2012

include_once('IPFilter.php');
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$fil = new IPFilter($filter);
if (current_user_can("access_s2member_level1") || $fil -> check($_SERVER['REMOTE_ADDR'])){ ?>Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) will mit einer aktuellen Studie etwas Licht in den in den letzten Jahren immer unübersichtlicher gewordenen Markt für die digitale Langzeitarchivierung bringen. Unternehmen und Archive sehen sich heute einer Vielzahl an Soft- und Hardwarelösungen gegenüber, die aber teilweise völlig unterschiedliche Ansätze und Architekturen repräsentieren. Die Einsatzgebiete der digitalen Langzeitarchivierung reichen heute von Digitalen Archiven, Dokumenten-Management-Systemen (DMS), Archivspeichern bis hin zu Enterprise Information Archiving. Die vorliegende Untersuchung wurde in Zusammenarbeit mit verschiedenen Anbietern auf dem Gebiet der digitalen Langzeitarchivierung erstellt.

Zuerst zum allgemeinen, einführenden Teil der Untersuchung. In diesem werden verschiede- ne Fachbegriffe zum Thema „Langzeitarchivierung  präzisiert. So wird unter Langzeitarchivierung in diesem Papier allgemein die Aufbewahrung von digitalen Daten über eine längere Zeitdauer verstanden. Der Begriff „Langzeitarchivierung“  wird je nach Branche, Fachgebiet oder Lösungsanbieter durchaus unterschiedlich verstanden, interpretiert und auch bezeichnet.

Die Studie unterteilt die Einsatzfelder für Langzeitarchivierung grundsätzlich in drei große Bereiche:

  • Enterprise Information Archiving (EIA) und Elektronische Archive
  • Digital Preservation und Digitale Archive
  • Archivspeicher

Prinzipiell könnte man diese deutsche Archivlandschaft auch in zwei Bereiche unterteilen:
die wirtschaftlich geprägte Archivierung sowie die wissenschaftlich gestützte Erhaltung.

Weiterhin wird eine Unterscheidung zwischen “digitalem Archiv” und “elektronischem Archiv” getroffen. Als digitales Archiv wird diejenige Einrichtung verstanden, die für die Langzeitarchivierung zuständig ist. Der Ausdruck “Elektronisches  Archiv” steht dagegen für die aus der gesamten Soft- und Hardware bestehende Technologie zur notwendigen Datenverwaltung.

Ebenso werden in dieser Studie verschiedene Zielgruppen definiert, da sich ein Archiv haupt- sächlich durch seine Zielgruppen und deren Anforderungen definiert. Hier werden genannt:

  • Business-to-Consumer (B2C)
  • Busines-to-Employee (B2E)
  • Busines-to-Business (B2B)
  • Busines-to-Government (B2G)

Um die einzelnen, heterogenen Lösungen zumindest teilweise miteinander vergleichen zu können, hat man auf das OAIS-Modell zurückgegriffen, d.h. den ISO Standard 14721:2002:Open Archival Information System (Consultive Committee For Space Data Systems 1997). Bei diesem Standard wird für die Prozesse eines Archivs eine gemeinsame Terminologie verwendet.

Der umfangreiche Fragebogen enthält u.a. folgende Themen- und Aufgabenbereiche:

  • Detaillierte Beschreibung des Unternehmens (z.B. Gründungsjahr, Anzahl Mitarbeiter, Umsatz, Produktpalette, Audits/Zertifizierungen)
  • Detaillierte Beschreibung des Produkts (z.B. Kurzbeschreibung, Einordnung anhand von OAIS, Anzahl  Kunden D-A-CH, aktuelle Version, Ansprechpartner, Schulungen)
  • Beschreibung des Ingest, d.h. die Übernahme von Objekten in das Archiv, wie z.B. Formate, vorhandene Ingest-Schnittstellen, unterstützte Metadatenformate für das AIP/ SIP, automatische Metadatenextraktion aus verschiedenen Dateiformaten wie PDF, Word, etc.
  • Detaillierte Beschreibung des Data Management, d.h. der Umgang mit Metadaten wie z.B. logische Speicherorganisation, User-Funktionalität wie Viewer oder unterstützte Formate, Löschfunktionen
  • Detaillierte Beschreibung des Archival Storage, d.h. die Aufbewahrung der Archivobjekte inklusive Fehlerüberprüfung, Verschlüsselung, unterstützte Hardwaretypen, Dateisysteme und Datenbanksysteme
  • Administration, d.h. der technische und kaufmännische Betrieb des Systems (z.B. Zugriffskontrolle, Anmeldungsarten)
  • Preservation Planning and Action, d.h. die digitale Bestandserhaltung
  • Access, d.h. der Zugriff für User/Konsumenten

Insgesamt haben sich 13 Unternehmen und Institutionen an dieser Marktstudie beteiligt, bzw. es wurden vom Fraunhofer-Institut folgende Systeme analysiert:

  • Caringo – CAStor
  • COI GmbH  - COI-BusinessFlow
  • Deutsche Nationalbibliothek – Digitales Langzeitarchiv der DNB
  • CommVault Systems – Simpana
  • EMC – EAS
  • GRAU  DATA – ArchiveManager, Filelock
  • Hewlett-Packard – OAIS-Framework
  • IBM – FileNet P8
  • LOCKSS-Alliance
  • Ex Libris  - Ex Libris  Rosetta
  • Scope – scopeArchiv / scopeOAIS
  • T-Systems – ImageMaster
  • Easy – EASY ENTERPRISE.x (EE.x)

Es versteht sich, dass diese Marktstudie keine Rangliste in Form des “besten  Produktes” enthält, sondern vielmehr eine Darstellung mit den Eigenschaften der verschiedenen Produkte ist.

Hier kurz einige kurze Ergebnisse aus der Studie:

  • COI und IBM bieten als einzige Unternehmen alle Schnittstellen von Haus aus an, d.h. diese müssen nicht zusätzlich nachprogrammiert werden oder sind eventuell gar nicht vorhanden.
  • Bei den Metadaten unterstützt Ex Libris  die meisten Standards automatisch.
  • Beim Desastermanagement verfügen Caringo, COI, CommVault, GRAUDATA, IBM, Scope, Ex Libris  und DNB über einen dreistufigen Backup-Mechanismus, d.h. eigene Backupverwaltung, Live Backup und Fallback auf Zweitsysteme.
  • Bei der Frage nach dem Systemumfeld, d.h. die Unterstützun bereits vorhandener Hard- und Software, hat EMC als einziger Anbieter bereits alle entsprechenden Fremd- systeme berücksichtigt.

Die vorliegende Arbeit des Fraunhofer-Instituts ist nicht nur ein guter Marktüberblick über Anbieter von Lösungen für das drängende Problem der digitalen Langzeitarchivierung, sondern gleichzeitig eine gute allgemeine Einführung in diese Thematik.  Die Archivierung von digitalen Daten ist nicht nur eine Aufgabe für Archive und Archivare, sondern auch für Unternehmen, Bibliotheken, Museen etc. Oder umfassender ausgedrückt: eine Aufgabe für Unternehmen, Organisationen und die Gesellschaft als Ganzes.

Quelle:
Spath, Dieter; Weisbecker, Anette (Hrsg.); Ferle, Christoph  H.: „Marktstudie Digitale Langzeitarchivierung: Im Spannungsfeld zwischen Digital Preservation und Enterprise Information Archiving“; Fraunhofer-Institut für Arbeitswissenschaft und Organisation IAO, April 2012, die Studie ist nach einer Registrierung kostenlos als PDF-Datei unter der Internetadresse  http://www.swm.iao.fraunhofer.de/de/Publikationen/lza2012.htmlerhältlich

Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) will mit einer aktuellen Studie etwas Licht in den in den letzten Jahren immer unübersichtlicher gewordenen Markt für die digitale Langzeitarchivierung bringen. Unternehmen und Archive sehen sich heute einer Vielzahl an Soft- und Hardwarelösungen gegenüber, die aber teilweise völlig unterschiedliche Ansätze und Architekturen repräsentieren. Die Einsatzgebiete der digitalen Langzeitarchivierung reichen heute von Digitalen Archiven, Dokumenten-Management-Systemen (DMS), Archivspeichern bis hin zu Enterprise Information Archiving. Die vorliegende Untersuchung wurde in Zusammenarbeit mit verschiedenen Anbietern auf dem Gebiet der digitalen Langzeitarchivierung erstellt.

Zuerst zum allgemeinen, einführenden Teil der Untersuchung. In diesem werden verschiede- ne Fachbegriffe zum Thema „Langzeitarchivierung  präzisiert. So wird unter Langzeitarchivierung in diesem Papier allgemein die Aufbewahrung von digitalen Daten über eine längere Zeitdauer verstanden. Der Begriff „Langzeitarchivierung“  wird je nach Branche, Fachgebiet oder Lösungsanbieter durchaus unterschiedlich verstanden, interpretiert und auch bezeichnet.

Die Studie unterteilt die Einsatzfelder für Langzeitarchivierung grundsätzlich in drei große Bereiche:

  • Enterprise Information Archiving (EIA) und Elektronische Archive
  • Digital Preservation und Digitale Archive
  • Archivspeicher

Prinzipiell könnte man diese deutsche Archivlandschaft auch …


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