Editorial 09-2012

Ausgabe 9/2012

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

die Themen Qualität und Qualitätsmanagement sind für viele von Ihnen schon ein alter Hut. Seit   Jahrzehnten werden diese topics in allen Facetten beschrieben, gelehrt und in den verschiedensten Ausprägungen und Fokussierungen als Fortbildung angeboten: Ob als Qualitätskontrolle, Qualitätssicherung, Qualitätsmanagement, als systemisches TQM (Total Quality Management), ob als Qualitätszirkel oder KVP (Kontinuierlicher Verbesserungsprozess), es geht am Ende doch immer nur um eines: die Verbesserung der Qualität von Produkt oder Service. Auch Bibliotheken sind seit vielen Jahren um die Qualität bemüht: Aber vor allem um die Qualität der eigene Prozesse. So untersuchte früher die s.g. Schlußstelle, ob alle Daten im System eingetragen waren und das Buch damit alle vorgeschriebenen Prozesse der Bibliothek durchlaufen hatte. Die inhaltliche Qualität, die Qualität der Bücher und Zeitschriften hat man den Produzenten überlassen, den Autoren, Verlagen und Händlern.

Ob allerdings eine Datenbank, die man für viel Geld lizenziert, wirklich ihren Preis wert ist, wurde bislang nur mit deren Nutzung oder Nichtnutzung rechtfertigt oder widerlegt. Die eigentliche Qualität der Daten in einer Datenbank, die Richtigkeit der Inhalte wird selten hinterfragt. In dieser Ausgabe der Library Essentials stellen wir eine Studie vor, die genau dies gemacht hat und zum ernüchternden Ergebnis kam, dass längst nicht alle kommerziellen Datenbanken korrekte Daten enthalten, die Primärqualität der Daten also nicht immer stimmt.

Es ist also an der Zeit, in Bibliotheken und Informationszentren nicht nur die eigenen Prozesse zu bespiegeln, sondern auch die Qualität der Primärdaten der lizenzierten Produkte einmal zu hinterfragen. Dann wird vielleicht schnell klar, dass die eine oder andere Datenbank trotz ihres schillernden Images gar nicht gebraucht werden kann. Und vor allem: dass ihr oft recht üppiger Preis im Unterschied zu vielen kostenlosen Datenbanken im Netz längst nicht nur mit der hohen Qualität der Einträge zu rechtfertigen ist.

Lassen Sie mich zum Schluss noch auf die Technik -Trends 2013 hinweisen: Wir haben für Sie die entsprechende Gartner-Studie ausgewertet. Dass auch diesmal wieder das „Internet der Dinge“ dabei ist, die „App Stores der Unternehmen“, und die „Personal Cloud“, wird niemanden überraschen. Aber was verbirgt sich hinter „Actionable Analytics“, „Integrierten IT-Ökosystemen“ und dem „Krieg der mobilen Endgeräte“? Finden Sie es heraus, es lohnt sich!

Viel Spaß beim Entdecken wünscht Ihnen

Ihr Rafael Ball

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