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Verschwundene Wissenschaftsmagazine und andere Probleme des wissenschaftlichen Publikationswesens

Datum: 14. März 2021
Autor: Erwin König
Kategorien: Kurz notiert

Das wissenschaftliche Publikationswesen befindet sich seit einigen Jahren in einem immer schneller werdenden digitalen Transformationsprozess. Beinahe täglich gibt es Pressemitteilungen von Verlagen, die auf Open Access umschwenken. Von dieser aus der Sicht wissenschaftlich Interessierter erfreulichen Entwicklung lässt sich jedoch nicht ableiten, nun sei alles gut im System des wissenschaftlichen Publikationswesens. Zwei aktuelle Meldungen belegen Probleme, die nicht einfach ausgeklammert werden dürfen. So haben Wissenschaftler in einer Studie herausgefunden, dass im Zeitraum von 2000 bis 2019 insgesamt 174 Open-Access-Zeitschriften aus dem Internet verschwunden sind. Eine weitere Studie hat ergeben, dass Hunderte von Pseudo-Journalen durch die führende wissenschaftliche Datenbank Scopus indiziert wurden. Open Access hin, kommerzielle Fachzeitschriften her, die Wissenschaft muss generell stärker auf ihre Glaubwürdigkeit achten. Gerade in einer Zeit, wo das Publish-or-perish-Mantra für immer mehr Veröffentlichungen sorgt, während gleichzeitig politischer Populismus Zweifel am Nutzen der Wissenschaft sät, ist jeder negative Fall einer zu viel.

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