zum Inhalt springen

Fake News in der Wissenschaft

Datum: 15. August 2018
Autor: Erwin König
Kategorien: Fachartikel

Der US-amerikanische Bibliothekar Jeffrey Beall hat vor einigen Jahren die nach ihm benannte Beall’s list of predatory journals einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht. Die Liste stellt eine Art „Warnliste" oder „schwarze Liste" sogenannter Raubtierjournale dar, in denen Wissenschaftler nicht publizieren sollten. Bei diesen Pseudo-Wissenschaftsmagazinen handelt es sich um Zeitschriften, die viel versprechen, aber wenig bis gar nichts davon halten. Ziel dieser unseriösen Wissenschaftsmagazine ist es, Wissenschaftler unter Vorspiegelung falscher Tatsachen – wie einen vermeintlich hohen Impact-Factor – dazu verleiten, gegen Bezahlung in diesen Zeitschriften zu publizieren. „Versüßt" wird dies von den zwielichtigen Raubverlagen durch eine Veröffentlichungsgarantie. Die Gefahr, von renommierten Wissenschaftszeitschriften z. B. durch das Peer-Review-Verfahren abgelehnt zu werden, besteht hier für Autoren nicht. Gerade für Forscher mit geringerem wissenschaftlichen Leistungsausweis kann das durchaus ein gewichtiges Argument sein, um überhaupt etwas „wissenschaftlich" publizieren zu können. Je mehr solcher fragwürdigen Publikationen existieren, umso mehr können sie sie zu einer allgemeinen Bedrohung der wissenschaftlichen Qualität werden. Die Frage ist nur: wie groß ist das Problem der Fake-Magazine tatsächlich? In dem folgenden Beitrag wird anhand von einschlägigen bibliografischen Datenbanken untersucht, ob und in welchem Umfang solche Pseudo-Fachartikel und -Magazine dort effektiv indexiert sind. Ist der Anteil gering, kann davon ausgegangen werden, dass Fake Science eher ein marginales Problem im Wissenschaftsbetrieb darstellt.

...

Um den Artikel in voller Länge lesen zu können, benötigen Sie ein Abo. Jetzt Abo abschließen oder mit bestehendem Konto anmelden!

Mehr zum Thema:

Warum Bibliotheken bei KI, Lizenzen und Fair Use mitreden müssen

In „The Copyright Conversation“ von Hallie Rich, erschienen in der Zeitschrift „Library Journal“, diskutieren mehrere US-amerikanische Copyright-Expert:innen, wie stark Bibliotheken derzeit von Konflikten um Künstliche Intelligenz, Lizenzmodelle, Fair Use und digitale...

Forschungsdaten als Publikationsform

Mari Elisa Kuusniemi und Susanna Nykyri untersuchen in ihrem Beitrag „Data as a new research publication type. What could be the role of research libraries as service providers?“ im Journal „LIBER Quarterly“, wie wissenschaftliche Bibliotheken Forscher:innen dabei...

Wie inklusiv Sammlungen in Bibliotheken und Archiven wirklich sind

In einem Fachbeitrag von Gali Halevi, erschienen in der Zeitschrift „UKSG Insights“, wird untersucht, wie unterschiedlich Bibliotheken und Archive mit Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion in ihren Sammlungen umgehen. Der Artikel zeigt strukturelle...