Bibliotheken und die Frage der Interims-Führungskräfte
Datum: 30. Januar 2023
Autor: Erwin König
Kategorien: Fachartikel

Die zeitlich begrenzte Übernahme einer Führungsrolle durch Mitarbeitende ohne bisherige Führungsfunktion kommt nicht nur in Bibliotheken verhältnismäßig häufig vor. Die Gründe hierfür sind zahlreich: Krankheit, überraschende Kündigung, zeitlich befristete Abwesenheit, Pensionierung etc. Eine Führungsrolle auf Zeit in Bibliotheken unterscheidet sich jedoch in einigen Punkten von den Übergangslösungen in der Privatwirtschaft. In Unternehmen kommen in solchen Situationen oft externe Führungskräfte zu einem zeitlich begrenzten Einsatz. Für die Bibliotheken stellt sich die Frage der provisorischen Führungsaufgabe komplizierter dar als für ein privates Unternehmen, sie bietet aber auch Chancen. Für Mitarbeitende, die solch eine zeitlich begrenzte Führungsrolle übernehmen, kann es eine wertvolle Lernphase für die weitere Berufslaufbahn sein. Grundsätzlich bietet die zeitlich befristete Übernahme von Leitungsverantwortung eine großartige Möglichkeit, wichtige Erfahrungen für eigene zukünftige Führungsaufgaben sammeln zu können, Kontakte zu knüpfen oder sich für eine Festanstellung zu empfehlen. Entscheidend ist aber, wie Bibliotheken ihre potenziellen Interims-Führungskräfte darauf vorbereiten. Fehlen hier entsprechende Planungen und Vorgaben, kann diese Aufgabe auch sehr stressig, negativ oder sogar traumatisch für Übergangs-Bibliotheksleiterinnen und -leiter werden. In der nachfolgend vorgestellten Arbeit1 wird untersucht, wie Bibliotheken sich schon im Vorfeld auf eine mögliche und zeitlich begrenzte Abwesenheit von Bibliotheksleitungen durch Krankheiten, Kündigungen oder auch aufgrund von Urlaub vorbereiten können.

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