Wie erkennt man fragwürdige Rezensionen in Online-Portalen?

Ausgabe 10/2012



Der führende Online-Händler Amazon hat vor kurzem Abertausende von Produkt-Rezensionen auf seiner Webseite gelöscht. Vermutet wird hinter dieser Aktion, dass Amazon den unzähligen falschen und fragwürdigen Eigen-Rezensionen den Kampf ansagen will. Rezensionen oder auch Empfehlungen auf Online-Portalen und in sozialen Netzwerken sind heute für die Kaufentscheidung von vielen Usern entscheidend. Daher ist es sicher nicht verwunderlich, dass sich hier eine Vielzahl von schwarzen Schafen herumtreiben. Überraschend ist eher, dass dieses Thema seit Jahren in den Medien größtenteils totgeschwiegen wird. Als Informationsspezialist sollte man in der Lage sein, solche zweifelhaften Besprechungen erkennen zu können. Der folgende Beitrag gibt hierzu einige hilfreiche Tipps.

Online-Rezensionen werden immer beliebter und ihre Anzahl steigt kontinuierlich. Bereits im Jahr 2007 hat eine Studie herausgefunden, dass allein auf Amazon 5,8 Millionen Besprechungen von schätzungsweise 2,19 Mio. Rezensenten vorhanden sind. Ein Verbot von solchen Kritiken dürfte deshalb für Online-Shops kaum in Frage kommen. Zudem haben laut einer aktuellen Untersuchung des Marktforschungsunternehmens Nielsen 70% Vertrauen in solche Kunden-Meinungen.

Wie einflussreich Online-Rezensionen und Amazon im Besonderen sind, verdeutlichen auch folgende Zahlen und Fakten:

Bei einer Studie schnitt Amazon sowohl was die Frequenz der Rezensionsnutzung (58%), als auch die Vertrauenswürdigkeit der Rezensionen (63%) angeht am besten ab.
Die Verfügbarkeit von Produktbewertungen ist für 59% aller britischen Online-Käufer ein wichtiges Entscheidungskriterium für einen Kauf. Das Gleiche gilt für die Verfügbarkeit der von Usern erstellten Produktkritiken (57% der britischen Online-Shopper sind dieser Meinung).
Online-Kundenbesprechungen sind für Unternehmen die effektivste soziale Taktik, um Verkäufe anzukurbeln. Weitere wichtige Online-Techniken sind das Anbieten von Fragen und Antworten (FAQs) auf der eigenen Homepage, sowie eine Facebook-Fanseite.
Ca. 70% der US-Amerikaner informieren sich vor einem möglichen Kauf zuerst anhand von Produktbewertungen und Kundenrezensionen über ein Produkt.
Digital Natives, also die Altersgruppe der 18- bis 34-Jährigen, verlangen eine Art sozialen Beweises für die Güte einer Ware. Sie kaufen daher keine Produkte und Dienstleistungen, bevor sie sich nicht anhand von anderen Nutzern erstellten Inhalten abgesichert haben.
Die wichtigsten Produktgruppen, die ein Digital Native nicht ohne durch andere User erstellte Kritiken oder Empfehlungen kaufen oder bestellen würden, sind populäre Elektronikartikel (44%), Autos (41%), Hotelzimmer (39%), Reisen (32%), Kreditkarten (29%) sowie Versicherungen (29%).
Nun zu den Ratschlägen und Fragen, die man sich stellen sollte …

Um den Artikel in voller Länge lesen zu können benötigen Sie ein ABO | oder melden Sie sich an (Login)

Mehr zum Thema:

Die Kommentare sind geschlossen.