zum Inhalt springen

Trendzeitschriften für die Bibliotheks- und Informationswissenschaft

Datum: 31. Juli 2023
Autor: Erwin König
Kategorien: Fachartikel

Nicht nur in der Bibliotheks- und Informationswissenschaft lassen sich verschiedene Arten von Fachzeitschriften unterscheiden. Die nachfolgend präsentierte Arbeit1 konzentriert sich auf Trendzeitschriften und Kernzeitschriften. Unter Trendzeitschriften versteht man Journale mit einem hohen aktuellen Interesse auf ihrem Fachgebiet. Diese Zeitschriften werden gegenwärtig am häufigsten gelesen. Kernzeitschriften sind dagegen Wissenschaftsmagazine mit der höchsten wissenschaftlichen Bewertung und Wirkung in ihrem Fachgebiet. Die Listen von Trendzeitschriften unterscheiden sich in der Regel von konsolidierten Ranglisten der wichtigsten Fachzeitschriften. Listen mit Kernzeitschriften verändern sich im Laufe der Jahre kaum oder gar nicht, da sie vor allem die Reputationsfaktoren der Zeitschriften wiedergeben. Diese Faktoren sind im Verlauf der Zeit sehr stabil. Trendzeitschriften lassen dagegen aktuelle Einflüsse erkennen, die noch nicht auf der Grundlage bibliometrischer Indikatoren oder Expertenbefragungen erfasst wurden. In der nachfolgend präsentierten Arbeit wird eine objektive und reproduzierbare Methode vorgestellt, um solche trendigen Zeitschriften für jedes beliebiges Fachgebiet ermitteln zu können. In dem Beitrag erfolgt dies beispielhaft für Zeitschriften aus dem Bereich der Bibliotheks- und Informationswissenschaft. Neben dieser Methode sind aus bibliothekarischer Sicht auch die ebenfalls vorgestellten Resultate von Interesse. Sie zeigen unter anderem, dass „Scientometrics“ derzeit die Zeitschrift mit dem größten Einfluss auf die aktuelle wissenschaftliche Forschung ist, wenn man die Größe der Zeitschrift nicht berücksichtigt. Die Größe bestimmt sich durch die Anzahl der veröffentlichten Artikel eines Journals. Werden die entstehenden Verzerrungen aufgrund der Größe von Fachzeitschriften korrigiert, so weist die Zeitschrift „Quantitative Science Studies“ aktuell den größten Einfluss auf. Bei diesem Magazin handelt es sich um eine kleine, relativ neue Zeitschrift, die zudem noch keinen Journal Impact Factor aufweist und außerdem in keiner Liste der wichtigsten Zeitschriften im Gebiet der Bibliotheks- und Informationswissenschaft enthalten ist.

...

Um den Artikel in voller Länge lesen zu können, benötigen Sie ein Abo. Jetzt Abo abschließen oder mit bestehendem Konto anmelden!

Mehr zum Thema:

Ethische Verantwortung im Umgang mit biomedizinischen Archiven

Im Essay „The Digital Opaque: Refusing the Biomedical Object“ im Open-Access-Journal „In the Library with the Lead Pipe“ untersuchen Sean Purcell, Kalani Craig und Michelle Dalmau die extraktiven Praktiken der biomedizinischen Forschung und deren Folgen für...

Wirtschaftlicher Nutzen und Potenziale von Open Science

Die Autorinnen Lena Tsipouri, Sofia Liarti, Silvia Vignetti und Izabella Martins Grapengiesser haben in der Zeitschrift „Royal Society Open Science“ einen umfassenden Scoping Review zum ökonomischen Einfluss von Open Science veröffentlicht. Analysiert wurden...

Zwischen Tradition und Innovation: Wo steht die Bibliometrie heute?

In der bibliometrischen Forschung dominieren seit Jahrzehnten proprietäre Datenbanken wie Web of Science und Scopus. Eine Analyse von Camilla Hertill Lindelöw, Björn Hammarfelt und Alysson Mazoni von drei zentralen Fachzeitschriften in der Zeitschrift „JASIST“...