Editorial 4-2014

Haben Sie das an der Hochschule gelernt?

Das Berufsbild des Bibliothekars hat sich dramatisch gewandelt. So weit ist diese Feststellung nichts Neues, und kaum jemand wird sich darüber wundern. Viel wichtiger als diese Feststellung ist jedoch die Frage, ob wir -- jenseits aller Laufbahnen - mit unserem in der Ausbildung erlernten Handwerkszeug heute noch etwas anfangen können. Noch wichtiger ist indes, ob die einschlägigen Hochschulen ihren Absolventinnen und Absolventen und künftigen Informationsprofis das richtige Handwerkszeug mit auf den Weg geben.
Denn wer hat schon gelernt, wie man mit Fakultäten spricht? Welche Personen dort für welche Fragen die ,,Türöffner" sein können und welche Hierarchien man besser mit bibliothekarischen Themen meidet? Wie eine Universitätsverwaltung heute funktioniert und welche Prozesse dort ablaufen, in die sich die Bibliothek erfolgreich einklinken muss? Wer hat gelernt, wie die großen Datenmengen, die heute in Bibliotheken an allen Ecken und Enden anfallen, sinnvoll, lesbar und vor allem nutzbar aufbereitet werden? Und wer hat schließlich gelernt, professionell mit Geschäftspartnern über Produkte und Dienstleistungen zu verhandeln und Verträge samt ihrer Entwürfe und Anlagen richtig zu verstehen und zu interpretieren? Ausgebufften Vertrieblern professionell Paroli zu bieten?
In den Ausbildungsplänen jedenfalls kommt ,,Verhandlungsführung" nicht vor und im Programm des Bremer Bibliothekartages 2014 leider auch nicht. Hier hilft Library Essentials: Wir zeigen Ihnen anhand von sieben ausgewählten Punkten, worauf es beim Verhandeln wirklich ankommt und verweisen auf die richtige Literatur.
Außerdem helfen wir den Informationsprofis bei der Auswahl der richtigen Literaturverwaltungssoftware. Auch wenn viele glauben, das Thema sei längst ,,durch", so nimmt doch die Zahl der verfügbaren Literaturverwaltungstools noch stetig zu und nur zu oft ist die Bibliothek der gefragte Ansprechpartner für diese Systeme. Und dies nicht zu Unrecht, müssen doch die verschiedenen Bibliotheksdatenbaken mit ihren noch immer heterogenen Schnittstellen problemlos zu den Literaturverwaltungsprogrammen kompatibel sein. Wir berichten in dieser Ausgabe auch über Literaturverwaltungstools in der Praxis.

Auch sonst hat sich diese Ausgabe der Library Essentials ganz der Praxis verschrieben. Es lohnt sich wieder einmal, dieses Heft im Einzelnen durchzusehen und Praxisanregungen mitzunehmen.

Auch wir vom Library Essentials Team freuen uns über Ihre Anregungen, Kommentare oder Kritik. Besuchen Sie uns auf dem Bibliothekartag in Bremen an unserem Stand in Halle 5, Stand 62.

Wir freuen uns auf Sie in Bremen!

Herzlich
Ihr Rafael Ball

Portrait Rafael Ball

Portrait Rafael Ball

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