Was beeinflusst die Zahlungsbereitschaft für ­elektronische Informationsquellen?

Bibliotheken und andere Informationseinrichtungen müssen aufgrund der knappen Budgets immer öfter ihre Daseinsberechtigung nachweisen. Anhand des Beispiels der portugiesischen „Biblioteca do Conhecimento Online“ (kurz: b-on), untersuchen die Autoren, welchen monetären Wert elektronische Informationsquellen für die Benutzer haben. b-on ist eine digitale Bibliothek für elektronische, wissenschaftliche Informationen und bietet portugiesischen Institutionen aus Forschung und Lehre Zugang zu Volltexten von knapp 17.000 wissenschaftlichen Publikationen. Die Hauptstudienziele sind zu erfahren, welche Faktoren die Bereitschaft zum Bezahlen für E-Ressourcen bei den Usern erhöhen können, sowie eine Nachfragefunktion für b-on-Dienstleistungen abzuleiten, basierend auf den vorher evaluierten Faktoren.

Ausgangspunkt der nachfolgenden Überlegungen bildet die Tatsache, dass aktuell nicht nur Informationseinrichtungen sparen müssen, sondern auch ihre Kunden, d.h. in erster Linie Institutionen wie Universitäten und Forschungseinrichtungen. Für diese Institutionen ist es daher notwendig zu bestimmen, welche Kosten-Nutzen durch die Benutzung von wissenschaftlichen Bibliotheken entstehen. In diesem Beitrag wird genau genommen aber nicht eine Kosten-Nutzen-Analyse für wissenschaftliche Einrichtungen durchgeführt. Dies wurde bereits in einer anderen Studie im Vorjahr von den Autoren gemacht und hat gezeigt, dass der Nutzen über den Kosten liegt. Im Mittelpunkt des Interesses stehen hier mögliche Faktoren, die die Bereitschaft, für elektronische Informationsdienstleistungen zu bezahlen, bei den Usern erhöhen können.

Der Studienaufbau beinhaltet, neben der Datenerhebung durch Umfragen unter Wissenschaftlern und Studenten, eine statistische Auswertung mittels verschiedenen Methoden der Regressionsanalyse. Die Bemessung des ökonomischen Werts von wissenschaftlicher Information erfolgt in dieser Arbeit anhand der Kontingenten Bewertungsmethode (engl. Contingent Valuation Method – CVM).

Am Anfang der Arbeit erfolgt zuerst eine kurze theoretische Diskussion über…