Studie: „Lügenpresse“ nein, Vertrauenswürdigkeit so lala
Datum: 2. Dezember 2015
Autor: Erwin König
Kategorien: Studien

Viele der selbsternannten Wutbürger, Meinungsabweichler und Verschwörungstheoretiker bevölkern – oder sagen wir besser überfluten – heute tagtäglich bei bestimmten gesellschaftlichen und politischen Themen mit ihren fragwürdigen und teils hassverzerrten Kommentaren soziale Netzwerke, Online-Zeitungen und Diskussionsforen. Man bekommt dadurch fast den Eindruck, dass ein Großteil der deutschen Bevölkerung plötzlich bei gewissen Stichworten (Ausländer, Flüchtlinge, Griechenland, Terrorismus etc.) – gleichgültig, ob diese Beiträge inhaltlich überhaupt irgendeinen Bezug zu diesen Themen haben – wie aufs Kommando sofort in ihre Tastaturen haut, um der Welt die vermeintliche Unterdrückung durch das "diktatorische" deutsche System, bestehend aus einer vermeintlich "nichtdemokratischen" Regierung und der sogenannten "Lügenpresse", kundzutun. Obwohl sich diese Zeitschrift eigentlich als völlig unpolitisch betrachtet, wird gleichwohl versucht, an dieser Stelle mal einen etwas objektiveren Blick auf dieses momentan mehr emotional als informationell besetzte Thema zu werfen. Schließlich ist das Thema "Lügenpresse" schon fast ein Paradebeispiel, wie zu viele Informationen, Halbwahrheiten, das Vergessen oder Ignorieren von Fakten sowie politische Ereignisse, gesellschaftliche Veränderungen ("Digitalisierung") und wirtschaftliche Krisen einen Cocktail an gefährlicher Informationsinkompetenz entstehen lassen.

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